Corpus Sireo: Der Freiburger Büromarkt wächst beständig mit robuster Flächennachfrage Bild: Wolfgang Dirscherl ⁄

Die Mieten für Büros – vor allem im oberen Preissegment – haben im ersten Halbjahr 2017 in den Metropolen und den B-Städten gleichermaßen angezogen: im Schnitt um 2,1 beziehungsweise 1,9 Prozent, wie eine Studie von Corpus Sireo zeigt. München liegt mit einem Mietpreis von 16,80 Euro pro Quadratmeter an der Spitze unter den Top 7, Freiburg im Breisgau ist mit 11,69 Euro pro Quadratmeter Deutschlands teuerste B-Stadt. Das beste Umsatzergebnis erzielte laut Colliers Berlin.

Freiburg teuerste Stadt, Mainz mit stärkstem Mietanstieg

Unter den B-Standorten ist Freiburg mit im Schnitt 11,96 Euro pro Quadratmeter Bürofläche die teuerste Stadt im Corpus-Sireo-Ranking. Bekannt ist Freiburg für seinen Cluster in Neuer Energie und Umwelttechnologie. Die "Green City" ist außerdem ein wichtiger Hochschul- und Forschungsstandort mit rund 35.000 Studierenden. Jedes Jahr werden 20.000 bis 30.000 Quadratmeter Bürofläche auf dem Freiburger Mietmarkt umgesetzt. Freiburg hat auch den höchsten durchschnittlichen Wohnkostenanteil (31 Prozent; ImmobilienScout24-EIMX).

Mainz folgt mit 10,91 Euro pro Quadratmeter auf Platz zwei unter den B-Städten und ist mit einem Plus von 13,4 Prozent der Standort mit dem stärksten Anstieg der Angebotsmieten im ersten Halbjahr 2017. In Augsburg und Regensburg stiegen die durchschnittlichen Angebotsmieten seit Ende 2016 um jeweils neun Prozent.

Leipzig und Dresden bleiben die preiswertesten B-Standorte: Hier kostet der Quadratmeter im Schnitt 7,14 Euro. Potsdam ist mit 10,07 Euro pro Quadratmeter deutlich teurer und liegt rund 15 Prozent über dem Durchschnitt aller B-Städte. In Norddeutschland fallen Kiel mit 8,62 Euro und Bremen mit 8,31 Euro pro Quadratmeter ins untere Preisdrittel. Hannover bleibt im Mittelfeld mit 8,83 Euro pro Quadratmeter.

München teuerste Metropole, Berlin am umsatzstärksten

Unter den A-Standorten ist München an der Spitze mit einer Angebotsmiete von durchschnittlich 16,80 Euro (plus 2,2 Prozent gegenüber Ende 2016) pro Quadratmeter laut Corpus Sireo – und 16,70 Euro (plus drei Prozent) laut Colliers. Auf dem zweiten Platz folgt Frankfurt – hier ermittelte Colliers 19,20 Euro. Der Büromarkt in Berlin legte im ersten Halbjahr 2017 um satte 6,1 Prozent auf 13,74 Euro pro Quadratmeter zu (Colliers geht von einer Durchschnittsmiete von 17,70 Euro aus) und ist damit erstmals teurer als Hamburg (Corpus Sireo: 13,07 Euro pro Quadratmeter, plus 0,9 Prozent; Colliers: 15,30 Euro, plus drei Prozent).

Nach Angaben von Colliers erzielte Berlin mit mehr als 670.000 Quadratmetern den höchsten Flächenumsatz unter den Top 7 im ersten Halbjahr. Das Vorjahresergebnis sei um 13 Prozent übertroffen worden. Berlin wird eng. Vergleichbar ist die Situation in München, wo mit 600.900 Quadratmetern neun Prozent mehr Bürofläche umgesetzt wurden als im Vorjahreszeitraum. Zum Flächenumsatz machte Corpus Sireo keine Angaben.

Hamburg folgt mit 441.000 Quadratmetern Flächenumsatz auf Platz drei mit einem Plus von rund 14 Prozent. Die größten Zuwächse verbucht laut Colliers Frankfurt mit plus 24 Prozent auf rund 425.000 Quadratmeter. Dabei stehen innerstädtische Lagen, vor allem das Bankenviertel, ganz oben auf der Suchliste der Nutzer. In Düsseldorf (259.000 Quadratmeter, minus 11 Prozent), Köln (245.000 Quadratmeter, minus 14 Prozent) und Stuttgart (224.000 Quadratmeter, minus 14 Prozent) lag das Umsatzvolumen nah beieinander.

Flächenumsatz in den Bürohochburgen strebt auf neuen Jahresrekordwert zu

In den sieben Metropolen wurden laut Colliers von Januar bis September insgesamt 2,9 Millionen Quadratmeter Bürofläche umgesetzt. Das sind sechs Prozent mehr als in der Vorjahresvergleichsperiode und 26 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die durchschnittliche Leerstandsquote liegt demnach bei historisch niedrigen 4,3 Prozent.

Auf Standortebene betrachtet liegen Berlin mit 2,5 Prozent, München mit 2,4 Prozent und Stuttgart mit 2,1 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt. Hamburg (4,7 Prozent) und Köln (4,8 Prozent) schneiden leicht überdurchschnittlich ab. Diesem Wert nähert sich auch Düsseldorf an (6,6 Prozent). Nur in Frankfurt bleibt die Leerstandsquote zweistellig mit 10,4 Prozent – doch Colliers zufolge schreitet der Leerstandsabbau auch hier mit großer Dynamik voran.

Die Zeichen am deutschen Bürovermietungsmarkt stehen Colliers zufolge weiter auf Wachstum: Die Prognose liegt bei 3,5 Millionen Quadratmeter Flächenumsatz bis Jahresende.

Büroflächen unverändert gefragt

Auch einem aktuellen Marktbericht der DG Hyp ist zu entnehmen, dass auf den Büromärkten der sieben Top-Standorte die Flächennachfrage hoch bleibt. Schuld daran sei auch der verhaltene Neubau und die Umwandlung von schlecht vermietbaren Büroobjekten in Wohn- oder Hotelimmobilien, sodass die Leerstandsquote kontinuierlich sinke und die Mieten weiter steigen.

Die niedrigsten Leerstandsquoten mit knapp unter drei Prozent beziehungsweise knapp über zwei Prozent werden auch nach Erkenntnissen der DG Hyp in München und Berlin erzielt, gefolgt von Stuttgart, während Frankfurt mit zehn Prozent den höchsten Leerstand aufweist. Der Anstieg der Spitzenmieten sei in den vergangenen zehn Jahren im Durchschnitt der sieben untersuchten Standorte mit knapp 25 Prozent moderat ausgefallen, heißt es in dem Bericht. Lediglich in Berlin habe das Wachstum mit nahezu 40 Prozent einen überdurchschnittlichen Wert erreicht.

Die DG Hyp geht davon aus, dass die Spitzenmieten in den Top 7 Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, München, Köln und Stuttgart im laufenden und kommenden Jahr um jeweils noch einmal 2,6 Prozent zulegen werden. 4,4 Prozent pro Jahr werden die Büromieten laut Scope bis 2021 in Berlin steigen.

Schlagworte zum Thema:  Büromiete, Büroflächen, Berlin

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