11.08.2014 | Unternehmen

Bilfinger-Gewinn sinkt um 19 Prozent auf 55 Millionen Euro

Bilfinger auf Sparkurs
Bild: Uli Deck/Bilfinger SE

Der Bau- und Dienstleistungskonzern Bilfinger hat schwache Halbjahreszahlen 2014 vorgelegt: Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) fiel um knapp die Hälfte auf 80 Millionen Euro. Unter dem Strich ging der Gewinn um 19 Prozent auf 55 Millionen Euro zurück.

Die Zahlen waren erwartet worden. Als der bisherige Konzernchef Roland Koch vor einer Woche überraschend seinen Abgang angekündigt hat, nannte er als Grund unter anderem zwei Gewinnwarnungen innerhalb kurzer Zeit.

Bei einer Leistung von 7,8 Milliarden Euro soll das bereinigte Ebita 2014 nun nur noch 340 bis 360 Millionen Euro erreichen. Dies sind 40 Millionen weniger als noch bei der ersten Prognosesenkung Ende Juni in Aussicht gestellt waren.

Das bereinigte Konzernergebnis werde mit 205 bis 220 Millionen Euro um 25 Millionen Euro geringer ausfallen als zuletzt erwartet. Dabei setzt der Konzern auf ein erheblich stärkeres zweites Halbjahr. Vor einem Jahr lag die Leistung bei 7,7 Milliarden und der bereinigte Gewinn bei 255 Millionen Euro.

Seit dem Wochenende führt Kochs Vorgänger Herbert Bodner den Konzern wieder. Er kennt das Geschäft gut: Vor dem Amtsantritt Kochs Mitte 2011 hatte er zwölf Jahre an der Bilfinger-Spitze gestanden. Er hatte das traditionsreiche Tiefbaugeschäft mit einer Leistung von rund 800 Millionen Euro zum Verkauf gestellt. Dieser Prozess laufe plangemäß, hieß es nun. Er solle weiter innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden.

Mit Sparkurs samt Stellenabbau steuert der Konzern gegen

Das Industrie- und das Kraftwerksgeschäft schwächelt gleichzeitig. In den USA sei die Nachfrage weiter hoch, doch in Europa steckten die Öl- und Gaskonzerne weniger Geld in Investitionen und Wartung. Zudem schlage die Energiewende in Deutschland im Kraftwerksgeschäft durch. Neue Kraftwerke werden kaum noch gebaut.

Wegen der schlechteren Auftragslage kürzt der Konzern seine Kapazitäten und will bis zu 300 Arbeitsplätze streichen. Auch das laufende große Sparpaket wird beschleunigt. Dadurch sollen wie bereits bekannt 2014 und 2015 weltweit zusätzlich rund 1.250 Stellen in der Verwaltung wegfallen. Alles in allem arbeiten rund 70.000 Mitarbeiter für den Konzern.

An der Börse wird der Kurs des Unternehmens goutiert: Bilfinger-Aktien legten im frühen Handel nach dem Kursrutsch der Vorwoche um 2,72 Prozent zu und setzten sich damit an die MDax-Spitze.

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