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Zwangsversteigerung von "Park Alt Rehse" offenbar abgewendet

Der Park mit 20 Häusern diente in der NS-Zeit als "Führerschule der deutschen Ärzteschaft"
Bild: altrehse.de

Im Streit um den Park im ehemaligen NS-Musterdorf Alt Rehse (Mecklenburgische Seenplatte) ist die für den 27. Januar drohende Zwangsversteigerung zunächst abgewendet.

Das stellte der Immobilienmakler Gerd Preissing, Eigentümer des 65 Hektar großen Parks, heute klar. "Ich habe alle Verbindlichkeiten beglichen, das wurde notariell beglaubigt", erklärte Preissing der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Sprecher des Warener Amtsgerichtes sagte, die Bank habe den Termin noch nicht abgesagt. Das könne aber noch passieren, wenn das Geld bei der Bank eingetroffen sei. Diese hatte die Versteigerung wegen offener Forderungen veranlasst. Kurzfristige Absagen seien nicht unüblich.

Preissing versucht seit Jahren, die Bewohner eines alternativen Wohnprojektes aus dem Park zu drängen. Diese hätten einen Kaufvertrag mit Preissing seit Jahren nicht erfüllt. Beim Landgericht Neubrandenburg liege auch eine Räumungsklage vor, sagte Preissing. Das alternative Wohnprojekt - der Tollense-Lebenspark - ist auch in der Region umstritten, zudem gab es Streit um Geld unter den Mitgliedern.

Der am Tollensesee gelegene Park soll Gutachten zufolge mehr als zwei Millionen Euro wert sein. Das denkmalgeschützte Dorf "Alt Rehse" war in den 30er Jahren komplett neu mit reetgedeckten Backstein-Fachwerkhäusern erbaut worden. Der Park mit 20 Häusern diente in der NS-Zeit als "Führerschule der deutschen Ärzteschaft", tausende Mediziner waren unter anderem in Rassenkunde und Euthanasie geschult worden. Deshalb fordern Historiker immer wieder einen sensiblen Umgang mit dem Gelände.

Schlagworte zum Thema:  Projektentwicklung, Immobiliendienstleister

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