21.01.2014 | Projekt

Frankfurter Stadtquartier "Kulturcampus" nimmt Formen an

Im Herzen Frankfurts soll bis 2020 ein neues Stadtquartier entstehen
Bild: La Liana ⁄

Mit dem Kulturcampus entsteht im Herzen Frankfurts ein neuer Stadtteil mit Wohnungen, Büros, Handel, Gastronomie, sozialer Infrastruktur und Kultur. Das Quartier auf dem alten Uni-Gelände soll bis 2020 fertiggestellt werden. Die Sprengung des 116 Meter hohen AfE-Turms macht in Kürze eine Fläche frei, auf der zwei neue Hochhäuser entstehen könnten.

Rund 17 Hektar misst das Areal zwischen den Stadtteilen Westend und Bockenheim. Frei wird es durch den 2001 begonnenen Umzug der Goethe-Universität innerhalb der Stadt. Ende 2017 soll dieser ganz abgeschlossen sein - zu den Schlusslichtern gehört das Juridicum.

Durch die Sprengung des AfE-Turms wird Platz für zwei Hochhäuser mit  90.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche geschaffen. Auch ein Hotel ist denkbar, wie der Chef der städtischen Holding ABG, Frank Junker, sagt. Der Bebauungsplanentwurf sieht außerdem eine Kita und einen Wohnturm vor.

Die insgesamt etwa 300.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche auf dem Kulturcampus sollen zu 40 Prozent als Wohnungen und zu 60 Prozent gewerblich genutzt werden. Das entspreche etwa 1.200 Wohnungen - davon ein Drittel sozial gefördert, sagt Junker. Die ABG hat das Gelände 2011 vom Land gekauft. Der Bebauungsplan für das gesamte Areal wird nach Darstellung des Planungsdezernats voraussichtlich in den nächsten Monaten offen gelegt.

Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bekommt an ihrem alten Standort am Kulturcampus mehr Platz und im Westen mit einem Museumspark ein neues Gesicht. Der Umbau habe gerade begonnen, sagte Sprecher Sören Dürr. Die dafür bis 2018 veranschlagten Kosten in Höhe von fast 117 Millionen Euro übernehmen Bund und Land. Deutlich wachsen sollen bis 2020 auch die Ausstellungsfläche des vor allem wegen seiner Dinos weit über Hessen hinaus bekannten Museums. Von den dafür veranschlagten rund 55 Millionen Euro fehlten noch etwa 35 Millionen, die vor allem Sponsoren bringen sollen.

An anderen Ecken des Geländes sollen etwa die "Professoren-Villen" im Süden noch in diesem Jahr umgebaut und als Wohnungen genutzt werden. Im Nordosten an der alten Mensa soll bis 2016 ein kombiniertes Gebäude aus Büros und Wohnungen stehen. Am schnellsten wird das Areal im Norden der Spielstätte "Bockenheimer Depot" bebaut sein: Mehr als 200 Wohnungen samt Supermarkt und Tiefgarage sollen Ende des Jahres bezogen werden können. In unmittelbarer Nachbarschaft baut das Land bis 2016/17 eine Probebühne.

Zu den umstrittenen Vorhaben gehört die Zukunft der denkmalgeschützten Bauten von Ferdinand Kramer (1898-1985), einem Architekten des Funktionalismus. Ins ehemalige Philosophicum etwa wollen Initiativen gemeinschaftlichen Wohnens einziehen. Die Frist, die ihnen die ABG für ein Konzept vorgelegt hat, läuft Ende Januar aus, noch gibt es kein Einvernehmen. Das ebenfalls denkmalgeschützte Studierendenhaus soll für eine Kita, Wohnen von Studenten und eine kulturelle Nutzung erhalten blieben. Im Planungsausschuss kam noch ein anderer Konflikt zur Sprache: Die Fraktion der Piratenpartei will das geplante Verbot von Wohnungsprostitution auf dem Gelände kippen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Projektentwicklung

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