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Berliner Landesregierung übernimmt Verfahren zur Bebauung des Mauerparks

Die Bebauung der Grünflächen am Mauerpark ist seit Jahren unbebaut
Bild: Antje Thoms ⁄

Die Berliner Landesregierung will das Verfahren zur Bebauung des Mauerparks an sich ziehen. So sollen sich die Pläne für 700 neue Wohnungen nicht weiter verzögern. Das kündigte Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) an. Bürgerbegehren könnten eine Bebauung dann nicht mehr verhindern. Um die Bebauung der Grünflächen wird seit zehn Jahren gestritten.

Der Senat werde das Areal noch im März zu einem "Gebiet außergewöhnlicher stadtpolitischer Bedeutung" erklären, sagte Geisel. Damit liegt die Planungshoheit beim Land.

Berlin demonstriere so, dass es entschlossen gegen Mietsteigerungen angehe, betonte der Senator. "Angesichts der Situation auf dem Wohnungsmarkt ist ein Projekt mit 700 sozial gemischten Wohnungen kein Thema mehr, das in der Nachbarschaft entschieden werden kann."

Das Wohnviertel soll auf einem 3,5 Hektar großen Areal am nördlichen Rand des Mauerparks entstehen. Nun haben Anwohner beim Bezirk ein Bürgerbegehren eingereicht. Ihnen ist das Wohngebiet zu massiv. Außerdem sehen sie den Kinderbauernhof in der Nachbarschaft gefährdet und kritisieren, dass Wohnen dort zu teuer werde.

Nach Geisels Plänen sollen 70 Prozent der geplanten Wohnungen vermietet werden. Konkret soll es 194 Eigentumswohnungen geben, dazu 120 Wohnungen des landeseigenen Unternehmens Gewobag, 122 frei finanzierte, 219 Studentenwohnungen, 43 seniorengerechte Wohnungen und eine Kita mit 80 Plätzen.

Gleichzeitig werde die Parkfläche erweitert, sagte Geisel. Der Flohmarkt, Biergärten und Cafés an der Bernauer Straße sollen bleiben. Nördlich davon sollen fünf Hektar zusätzlich begrünt werden. Damit wachse die Fläche des Mauerparks auf insgesamt 15 Hektar an.

Das Land Berlin hatte sich 1993 verpflichtet, den Mauerpark dauerhaft zu erweitern. Sollte das bis Ende des Jahres nicht passiert sein, müssten Gelder in Millionenhöhe an eine Stiftung zurückgezahlt werden.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Projektentwicklung

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