06.12.2013 | Projekt

Baustopp für "Perlenkette" in Heiligendamm aufgehoben

Baustopp aufgehoben: Die historischen Villen dürfen saniert werden
Bild: Huber ⁄

Die Entwicklungs-Compagnie Heiligendamm (ECH) des Investors Anno August Jagdfeld hat im Streit um das Projekt "Perlenkette" einen Sieg errungen: Der Landkreis Rostock muss die Baugenehmigung für die historischen Villen verlängern, so das Verwaltungsgericht Schwerin.

Im ältesten deutschen Seebad Heiligendamm kann nach monatelangem Streit zwischen Investor und Behörden wohl weitergebaut werden. Die vor mehr als einem Jahr ausgelaufene Baugenehmigung für die Sanierung von sechs historischen Strandvillen neben dem Grand Hotel Heiligendamm muss verlängert werden. Ein ECH-Sprecher begrüßte die Entscheidung des Gerichts.

Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Der Landkreis Rostock und die Stadt Bad Doberan könnten beim Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern in Greifswald die Zulassung der Berufung beantragen, teilten die Richter mit.

Der Landkreis hatte die Baugenehmigung im Herbst 2012 mit der Begründung nicht verlängert, dass ein vorgesehenes Versorgungsgebäude für die in den Villen geplanten 90 Luxuswohnungen noch nicht errichtet ist. Die Investoren argumentierten, erst müsse eine gewisse Zahl Wohnungen verkauft sein, ehe mit dem Bau des Servicegebäudes begonnen werden kann.

Die ECH will die insgesamt sieben Villen der "Perlenkette" und die dahinter liegenden Kolonnaden sanieren und darin 90 Eigentumswohnungen mit hotelähnlichem Service einbauen. Die erste Villa mit dem Namen "Perle", von der sich der Name "Perlenkette" für die gesamte Reihe ableitet, ist bereits fertig. Sie war 2007 für den G8-Gipfel abgerissen worden und wurde in den vergangenen Jahren originalgetreu wieder aufgebaut. Alle Villen stammen aus dem 19. Jahrhundert.

ECH ist eine Gesellschaft des Investors Anno August Jagdfeld. Die Jagdfeld-Gruppe hatte 1996 den Großteil der zu Heiligendamm gehörenden Immobilien erworben, die meisten davon in sehr schlechtem Zustand. Seither wurden rund 220 Millionen Euro investiert. Das Grand Hotel, in dem im Jahr 2007 der G8-Gipfel stattgefunden hat, nahm 2003 den Betrieb auf, kam aber wegen zu geringer Gästezahlen nie in die Gewinnzone. Rund 1.900 Anleger hatten in den geschlossenen Immobilienfonds "Fundus 34" 135 Millionen Euro eingebracht.

Im Februar 2012 wurde für das Grand Hotel Insolvenz angemeldet. Im August 2013 erwarb der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Paul Morzynski aus Hannover das Ensemble. Hotel-Geschäftsführer Patrick Weber sprach jüngst von einem gelungenen Einstand.

Schlagworte zum Thema:  Projektentwicklung, Baugenehmigung

Aktuell

Meistgelesen