28.12.2011 | Entwickler

NRW schiesst 32 Millionen Euro für Vogelsang-Bau bei

Die frühere Nazi-Eliteschule Vogelsang in der Eifel hat eine Förderung des Landes Nordrhein-Westfalen in Höhe von knapp 32 Millionen Euro in der Tasche: Jetzt startet der Umbau zum touristischen Bildungsort.

Der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Bauminister Harry Voigtsberger (SPD) überreichte nach Angaben der Düsseldorfer Landesregierung vom Dienstag den Zuwendungsbescheid über die knapp 32 Millionen Euro. Damit soll die "NS-Ordensburg" Vogelsang saniert und ausgebaut werden. Seit Abzug des belgischen Militärs Ende 2005 wandelt die Region die frühere NS-Eliteschule um.

Mit dem Geld entstehen bis Mai 2014 Ausstellungsräume, eine Gaststätte und ein Empfangsbereich. Inklusive Eigenanteil der Region werden 35 Millionen Euro in den Kernbereich von Vogelsang investiert. Wirksam werden damit weitere Förderzusagen über sieben Millionen Euro für die Ausstattung von drei Ausstellungen zur Vogelsang-Geschichte, zum Nationalpark und zur Region, wie der Betreiber mitteilte. Vogelsang liegt im Nationalpark Eifel.

Vogelsang-Chef Poth hofft auf private Investoren

Aus dem Förderpaket herausgefallen sind eine Jugendherberge und ein Jugendwaldheim, für die 15 Millionen beantragt waren. Nach Angaben aus dem Wirtschaftsministerium hatten dabei strategische Überlegungen eine Rolle gespielt.

Der Aufsichtsrats-Chef der Betreibergesellschaft Vogelsang ip, Manfred Poth. hofft, dass der Umbau im Kernbereich ein Signal für private Investoren ist. Das Gebäudeensemble hat 70.000 Quadratmeter Nutzfläche. Die Vermarktung gilt als besonders schwierig: Neben der Nazi-Vergangenheit werden von Beobachtern auch die abgelegene Lage und der Zustand der Gebäude als Hemmnisse gesehen. Im vergangenen Jahr hatten laut Vogelsang ip 200.000 Menschen das einzig erhaltene Landschaftsdenkmal aus der NS-Zeit besucht und in der Region 3,2 Millionen Euro Umsatz gemacht.

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