Auf der Frankfurter Zeil ist viel los - noch mehr Passanten gibt es laut einer Studie aber in London, München und Madrid. Die Zeil landete im Städteranking auf Platz 4. Bild: Joachim Reisig ⁄

Unter den fünf wichtigsten europäischen Einkaufsstraßen mit den größten Passantenfrequenzen sind zwei deutsche Städte: München und Frankfurt. Auf Platz eins liegt die Oxford Street in London mit einem Rekordwert von 13.560 Passanten pro Stunde. Das geht aus einer Studie von BNP Paribas Real Estate hervor. Laut einer Untersuchung von Cushman & Wakefield ist München in Deutschland zudem auch das teuerste Einkaufspflaster, vor Berlin und Frankfurt.

Bei der Untersuchung von 23 europäischen Städten lieferten sich Großbritannien, Deutschland, Spanien und Frankreich ein heißes Rennen um die Top-5-Platzierungen der belebtesten Konsumlagen in Europa.

Die Münchner Kaufingerstraße verzeichnete 13.000 Passanten

Die Studie verdeutlicht die Stärke der wichtigsten Großstädte in Deutschland: Hinter London landete München (Kaufingerstraße) auf Platz 2, Frankfurt (Zeil) schaffte es auf Platz 4. Die Kaufingerstraße ist Deutschlands teuerste und belebteste Shopping-Meile: Mit fast 13.000 Besuchern ist sie bundesweit die einzige Lage, auf der sowohl aktuell als auch in den vergangenen Jahren mehr als 12.000 Passanten pro Stunde registriert wurden. Im vergangenen Jahr zählte Engel & Völkers Commercial in München sogar mehr als 17.000 Passanten pro Stunde. Eine Studie von JLL kam indes zu dem Schluss, dass Köln die bestbesuchteste Einkaufsstraße in Deutschland hat.

Im aktuellen Ranking von BNP Paribas Real Estate landete zwischen den beiden deutschen Städten München und Frankfurt die spanische Metropole Madrid (Calle de Preciados) auf Platz 3. Die Champs Elysées in Paris komplettierte mit 10.300 Passanten pro Stunde das Führungsquintett. Insgesamt schafften es gleich fünf spanische Einkaufsstraßen in die Top 10, unter anderem Barcelona (Passeig de Gracia, 6. Platz). Mit Blick auf die 20 wichtigsten Luxus-Einkaufsstraßen wurden die fünf besten Ergebnisse in Frankreich, Spanien, Großbritannien und Dänemark erzielt: Im Luxussegment führt Italien mit der Via Condotti (Rom).

Zusammenhang zwischen Passantenfrequenz und Anzahl der Top-Lagen

Die Studie zeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Passantenfrequenz und der Anzahl der Top-Lagen in der City der untersuchten Städte gibt: In Städten mit einem einzigen Einzelhandelskern, der aus zwei bis drei Haupteinkaufsstraßen besteht, werden die höchsten Kundenzahlen verzeichnet, da sich das Kundenpotenzial hier nur auf wenige Flaniermeilen fokussiert (etwa in München, Dublin, Prag, Zürich sowie den skandinavischen Städten). Dagegen gibt es in Metropolen wie London, Berlin und Paris aufgrund ihrer großen Einzugsgebiete nicht nur einen einzelnen Einzelhandelskern, sondern viele verschiedene Shopping-Quartiere. Auf ihren zwei renommiertesten und beliebtesten Einkaufsstraßen verzeichnen sie daher Rekordzahlen, wogegen in den restlichen Einzelhandelslagen eine moderatere Passantenfrequenz verbucht wird.

Münchener Kaufingerstraße ist auch teuerste Einkaufsstraße in Deutschland

Die Münchener Kaufingerstraße ist nicht nur die am besten frequentierteste Einkaufsstraße in Deutschland, sondern auch die teuerste. Laut einer Studie von Cushman & Wakefield lag die Spitzenmiete bei 4.440 Euro Jahresmiete pro Quadratmeter, gefolgt von der Tauentzienstraße in Berlin, wo die Mieten in den letzten zwölf Monaten um 3,3 Prozent auf 3.780 Euro Jahresmiete pro Quadratmeter gestiegen sind. Auf Platz 3 kam die Frankfurter Zeil mit 3.720 Euro. Mit Ausnahme der Berliner Tauentzienstraße blieben die Mieten in Deutschlands teuersten Einkaufsstraßen laut Cushman & Wakefield unverändert.

Weltweit blieb die Upper Fifth Avenue in New York mit einer Jahresmiete von durchschnittlich 28.262 Euro pro Quadratmeter Spitzenreiter der teuersten Einkaufsmeilen. Causeway Bay in Hongkong konnte trotz eines Rückgangs von 4,7 Prozent auf 25.673 Euro Jahresmiete pro Quadratmeter den zweiten Platz verteidigen. Auf Platz drei landete London: Die Mieten auf der New Bond Street stiegen gegenüber dem Vorjahr um über ein Drittel auf 16.200 Euro.

Schlagworte zum Thema:  Einzelhandel, Passanten

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