12.09.2012 | HTP Berlin-Brandenburg

Zwölf Prozent mehr Projektentwicklungen in Berlin und Potsdam

Die Dynamik am Hotelmarkt nimmt ab
Bild: Michael Bamberger

Der Immobilienboom in der Metropolregion Berlin/Potsdam wirkt sich deutlich auf den Projektentwicklermarkt 2012 aus. Mit 6,2 Millionen Quadratmetern und damit einer Steigerung von 12,5 Prozent zum Vorjahr ist das ein neues Rekordjahr. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie der HTP Berlin-Brandenburg.

Die Studie "Die Immobilienmärkte in der Metropolregion Berlin/Potsdam 2012" der HTP Berlin-Brandenburg von Hochtief Solutions und der Niederlassung Nord der TLG Immobilien, die durch das Analysehaus BulwienGesa erstellt wurde, sind Projektentwickler mit Projekten ab 1.000 Quadratmeter Nutz- beziehungsweise Wohnfläche erfasst.

Dabei zeigt das Projektentwicklungsvolumen im Betrachtungszeitraum 2009 bis 2016 erneut ein deutliches Plus. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Projekte in der Metropolregion signifikant von 675 auf 842 Vorhaben. Der monetäre Wert aller Projektentwicklungen 2009 bis 2016 liegt mit 18,3 Milliarden Euro (+2,3 Mrd. Euro) erneut über dem Vorjahresniveau.

Wohnimmobilien tragen das Wachstum

Getragen wird das Wachstum vom Segment Wohnimmobilien. Mit 3,5 Millionen Quadratmetern und 56,5 Prozent hat es erneut den größten Anteil am Gesamtentwicklungsvolumen in der Metropolregion. Wohnimmobilien stellen sowohl bei den realisierten (51 Prozent) als auch bei den in Bau befindlichen (66 Prozent) und geplanten (47 Prozent) Projekten den höchsten Anteil. Hingegen sind das Volumen sowie die Anteile der übrigen Segmente rückläufig:

Während das Flächenvolumen auf dem Büroentwicklungsmarkt um 12.000 Quadratmeter auf eine Million Quadratmeter nur leicht abnahm und bei den Planungen relevante Anteile erreichte, ging das Flächenvolumen im Segment Hotel um 115.000 Quadratmeter auf 700.000 Quadratmeter, im Segment Einzelhandel um 132.000 Quadratmeter auf 618.000 Quadratmeter stärker zurück. Der Großteil des Gesamtflächenvolumens entfällt mit 92 Prozent wie in den Vorjahren auf Berlin.

Mieten steigen kontinuierlich

Das Projektvolumen im Wohnsegment hat erneut deutlich zugelegt. Mit einem Plus von mehr als einer Million Quadratmetern auf 3,5 Millionen Quadratmeter fällt das Wachstum noch dynamischer aus als im Vorjahr und verteilt sich dabei auf alle Entwicklungsphasen. Mit 70 Prozent (Berlin) beziehungsweise 75 Prozent (Potsdam) des Volumens ist der Wohnanteil bei Flächen im Bau besonders hoch.

Leerstandsabbau im Büromarkt

Im Büroprojektentwicklermarkt konnte der Abwärtstrend der vergangen Jahre gestoppt werden: Zum Halbjahr 2012 lag das Volumen in der Metropolregion bei rund einer Millionen Quadratmetern und damit in etwa auf dem Vorjahresniveau. Während im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Projekte fertig gestellt wurden (-77.000 qm), nahmen Flächen im Bau deutlich (+42.000 qm), geplante Flächen immerhin leicht (+23.000 qm) zu. Die derzeit in Realisierung befindlichen Vorhaben stellen weiterhin den geringsten Teil der Büroflächen (20 Prozent) dar.

In Potsdam wird, wie in den Vorjahren, nur ein sehr geringes Büroprojektvolumen generiert. Die Leerstandsquote liegt aufgrund geringer Bautätigkeit bei stabiler Nachfrage weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau von 4,6 Prozent.

Einzelhandelsvolumen in der Metropolregion erneut rückläufig

Der Anteil des Einzelhandelsentwicklungsvolumens nahm noch einmal deutlich ab und lag bei rund zehn Prozent des Gesamtvolumens (Vorjahr: 15 Prozent). Mit 618.000 Quadratmetern Nutzfläche wurde im Betrachtungszeitraum ein neuer Tiefstwert erreicht. Davon wurden 49 Prozent zwischen 2009 und Mitte 2012 fertig gestellt, 24 Prozent befinden sich in Bau und 27 Prozent sind bis 2016 geplant. Die Projektentwicklungen in Potsdam bleiben sowohl in der Anzahl als auch im Volumen deutlich hinter Berlin zurück.

Deutliche Abkühlung auf dem Hotelmarkt
Trotz der nachlassenden Dynamik im Berliner Hotelmarkt liegt die Entwicklungstätigkeit in der Hauptstadt weiter auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Bundeshauptstadt zählt neben London und Moskau zu den dynamischsten Hotelmärkten in Europa und profitiert weiterhin von ihrer herausragenden Bedeutung als Tourismusdestination.

Insgesamt erreicht das Hotelsegment ein Projektentwicklungsvolumen von rund 705.000 Quadratmetern (-115.000 gegenüber dem Vorjahr). Dies entspricht einem Anteil von 11,4 Prozent am Gesamtmarkt. Dabei entfallen 65 Prozent auf fertiggestellte, 14 Prozent auf in Bau befindliche und 21 Prozent auf geplante Projekte.

Schlagworte zum Thema:  Projektentwicklung, Marktanalyse

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