15.09.2015 | Pestel-Institut

Zuwanderung: Bis 2020 fehlen jährlich 400.000 neue Wohnungen

Jährlich fehlen 400.000 neue Wohnungen
Bild: MEV-Verlag, Germany

Bis zum Jahr 2020 müssten jedes Jahr 400.000 neue Wohnungen gebaut werden, um dem Zuzug von Flüchtlingen und EU-Arbeitsmigranten gerecht zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Prognose des auf Stadtentwicklung spezialisierten Pestel-Instituts. Bundesbauministerin Dr. Barbara Hendricks hatte vergangene Woche erklärt, es seien angesichts der Flüchtlinge 350.000 neue Wohneinheiten jährlich nötig.

Von diesen neu zu bauenden Wohneinheiten müssten demnach 80.000 preisgebundene Sozialwohnungen sein. In diesem Jahr würden bundesweit voraussichtlich 270.000 Wohnungen fertiggestellt, davon 120.000 Mietwohnungen.

Aktuell fehlten in den Ballungsgebieten bereits rund 770.000 Wohneinheiten. Viele Berufstätige wohnten deshalb in Großstädten notgedrungen in WG-Zimmern, sagte der Autor der Studie, Matthias Günther. In den Großstädten sei die Zahl der Quadratmeter pro Kopf in den vergangenen Jahren erstmals wieder gesunken.

Das Verbändebündnis Sozialer Wohnungsbau, das die Studie in Auftrag gegeben hatte, schlug vor, den Wohnungsbau durch einen Verzicht auf die Grunderwerbsteuer und die befristete Aussetzung der Grundsteuer für geförderte Wohnungen anzukurbeln. Zudem seien attraktive steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten nötig. Das Bündnis, dem Verbände der Bau- und Immobilienbranche und der Deutsche Mieterbund angehören, sprach sich auch für ein befristetes Aussetzen erhöhter Energieeffizienzauflagen ein, um Investoren zu entlasten.

KfW will Förderprogramm aufstocken

Barbara Hendricks hatte vergangene Woche erklärt, angesichts der hohen Zahl neu ankommender Flüchtlinge seien mindestens 350.000 neue Wohneinheiten pro Jahr nötig. Auch andere einkommensschwache Gruppen seien dringend auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen.

Die Staatsbank KfW stößt mit ihrem Förderprogramm für Flüchtlingsunterkünfte auf rege Nachfrage bei Städten und Gemeinden. Eine Woche nach dem Start war am Montagabend mit 184 Millionen Euro bereits mehr als die Hälfte der zur Verfügung stehenden rund 300 Millionen Euro abgerufen, berichtet ein Sprecher. Der Vorstand werde bereits in den nächsten Tagen über eine Aufstockung entscheiden.

Schlagworte zum Thema:  Wohnung, Zuwanderung

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