31.03.2016 | Quantum

Studie: Zuwanderung beeinflusst auch Gewerbeimmobilienmarkt

Qantum: Langfristig werden auch leerstehende Bürogebäude umgenutzt werden müssen, um dem Zustrom der Flüchtlinge gerecht zu werden
Bild: Haufe Online Redaktion

Eine Studie der Quantum Immobilien AG geht davon aus, dass alleine durch die Flüchtlingsströme aus 2015 und 2016 ein jährlicher Bedarf von rund 185.000 Wohnungen entsteht. Außerdem werde durch Beschäftigung und Konsum der letztlich Asylberechtigten auch der gewerbliche Immobilienmarkt beeinflusst.

Quantum prognostiziert, dass rund 1,1 Millionen der 2015 und 2016 ankommenden Flüchtlinge als Asylberechtigte mittel- bis langfristig in Deutschland bleiben. Die Wohnungsnachfrage der Asylberechtigten wird dabei deutlich auf die Metropolen und Großstädte gerichtet sein, die bereits heute als angespannte Wohnungsmärkte gelten.

Für Hamburg berechnet die Prognose einen Zuzug von 52.000 Personen. Geht man von einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von drei Personen aus, würden so alleine in der Hansestadt mehr als 17.000 Wohneinheiten für die Asylberechtigten fehlen. Hamburg will 11.600 neue Wohnungen bauen, darunter 5.600 Wohnungen für Flüchtlinge mit Bleiberecht. Mit Ausnahme von Essen und Dortmund sind auch in anderen Großstädten leerstehende Wohnungen nicht verfügbar, die einen gewissen Anteil des Bedarfs decken könnten.

Quantum: Umwidmung von leerstehenden Gewerbeimmobilien wird wichtiger

Für die gewerblichen Immobilienmärkte ist die Integration der anerkannten Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt maßgeblich. Die Mehrzahl Flüchtlinge hat allerdings laut Studie eine geringe Qualifikation und wird nur langsam in Arbeit kommen. Die Effekte für die Bürobeschäftigung werden damit kurz- bis mittelfristig weniger stark sein.

Sehr viel stärker wirken sich andererseits aber die Umwidmung von leerstehenden Gewerbeimmobilien und der Verwaltungsausbau zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf die Büromärkte aus. So werden viele dauerhaft leerstehende Bürogebäude zur Unterbringung der Flüchtlinge langfristig durch die Städte angemietet, wodurch sich der Leerstand deutlich reduziert.

Auch im Einzelhandel sind Nachfrageimpulse durch die Zuwanderung beobachtbar, die insbesondere auf das untere Preissegment wie Discounter oder preisorientierte Textilanbieter gerichtet sind.

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Schlagworte zum Thema:  Flüchtlinge, Wohnungsbau

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