25.11.2015 | Statistisches Bundesamt

Zustrom Studierender an beliebte Uni-Standorte treibt Immobilienpreise weiter

Beliebte Universitätsstadt: In Freiburg ist Studentenwohnraum knapp und teuer
Bild: Pino Madeo ⁄

Im Wintersemester 2015/16 sind deutschlandweit rund 2,7 Millionen Studenten eingeschrieben. Das sind 2,2 Prozent mehr als 2014/2015, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen. Der Zustrom Studierender konzentriert sich nach wie vor auf beliebte Universtitätsstädte, was die Wohnungspreise weiter steigen lässt. Verschlechtert hat sich die Situation in Freiburg, Tübingen, Aachen, Gießen und Marburg.

 Jeweils 23 Faktoren von den Miet- und WG-Preisen über Leerstands-Quoten, die Entwicklung der Studierenden- und Erstsemester-Zahlen, die Altersstruktur der Bewohner bis hin zur Attraktivität der Stadt bei in- und ausländischen Studierenden wurden geprüft und gewichtet.  Die GBI AG hat die Zahlen ausgewertet und veröffentlicht.

"Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die jungen Menschen sich bei der Wahl des Studienortes zum Wintersemester 2015/2016 nicht von schwierigen Bedingungen am Wohnungsmarkt abschrecken lassen", so Dr. Stefan Brauckmann, Leiter der Abteilung Research & Analyse der GBI AG. Notfalls würden Kompromisse bei Größe und Ausstattung gemacht.

Deutlich wird dies an der Entwicklung in Bundesländern mit einem überdurchschnittlichen Preisniveau. In Hamburg etwa kostet ein WG-Zimmer 420 Euro, das ist im Ländervergleich der höchste und gegenüber dem Vorjahr um zehn Euro gestiegene Wert. Trotzdem stieg in Hamburg die Zahl der Studenten zum neuen Semester um 2,8 Prozent.

In Bayern liegen die Zimmer-Preise in Wohngemeinschaften bei 405 Euro, in München sogar bei 510 Euro. Trotzdem hat das Statistische Bundesamt auch im Freistaat laut der neuen Studierendenzahlen eine Steigerung um 2,6 Prozent festgestellt.

Die Schere bei Beliebtheit der Unis geht weiter auseinander

In den ostdeutschen Bundesländern betragen die Zimmerpreise im Schnitt maximal 260 Euro. Nur Potsdam ist mit rund 310 Euro ein Ausreißer. Hier sinken die Studierendenzahlen weiter. Am stärksten in Thüringen, während in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Studenten in Nordrhein-Westfalen (274.553), Bayern (119.806) und Baden-Württemberg (115.022) deutlich gestiegen sind.

In Ost-Ländern wie Thüringen (457), Sachsen-Anhalt (3.189) oder Mecklenburg-Vorpommern (3.737) sind die Steigerungen im Zehn-Jahresvergleich hingegen nur marginal. Prozentual betrachtet sind die Studierendenzahlen in Nordrhein-Westfalen (57,6 Prozent), Saarland (54,8 Prozent) und Hessen (49,3 Prozent) am stärksten gestiegen.

Wohnungsnot erschwert Flexibilität der Studenten

Am schwierigsten ist laut einer Untersuchung aller 87 Hochschulstandorte mit mehr als 5.000 Studierenden die Suche nach der passenden Wohnung in München, noch vor Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Köln.

Die Zahl der Standorte mit angespanntem Wohnungsmarkt ist von 32 auf 39 gestiegen, mittlerweile haben 19 Städte akute Schwierigkeiten bei der ausreichenden Versorgung der Studierenden. In den Vorjahren gehörten nur jeweils 13 Hochschulstandorte zu dieser Kategorie. Nach der aktuellen Studie ist nun auch in Aachen, Bonn und Düsseldorf zu Semesterbeginn ebenfalls ein deutlicher Mangel an Unterkünften zu erwarten.

Lesen Sie zum Thema auch:

Lage am Wohnungsmarkt für Studenten verschärft sich

Wohnsituation in den Metropolen wird Ansturm junger Leute nicht gerecht

Schlagworte zum Thema:  Studentenwohnung

Aktuell

Meistgelesen