Zu viele Einfamilienhäuser und Studentenapartments

Zu viele Einfamilienhäuser auf dem Land und zu viele Studentenapartments in Großstädten: Diese Risiken identifiziert das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) für den deutschen Immobilienmarkt. Die Gefahr einer Immobilienblase sieht die Studie jedoch weiterhin nicht.

Es werde gerade weder zu viel gebaut, noch gebe es eine große Expansion der Immobilienkredite, heißt es in der Studie.

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Eine Empirica-Studie hatte jüngst die Gefahr einer Immobilienblase in 13 Landkreisen identifiziert. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat in Teilbereichen des Markts hat das Bedenken. Auf dem Land entstünden vor allem Einfamilienhäuser, heißt es in der Studie – in vielen Regionen jedoch zu viele.

„Die meisten ländlichen Gebiete sind überversorgt, die Haus- und Grundstückspreise werden hier perspektivisch wieder fallen“, IW-Wissenschaftler Michael Voigtländer

Lediglich in Gemeinden, die unmittelbar an Großstädte grenzen, ist noch Bedarf für Einfamilienhäuser zu erkennen, zeigt die IW-Studie.

In Frankfurt entstehen eineinhalb mal so viele Mikroapartments wie benötigt

In den großen Städten fehlen dagegen oft Wohnungen, es mangelt an Bauplätzen. Investoren setzen daher vor allem auf Mikroapartments, oft in der gehobenen Preisklasse. Doch auch davon werden in einigen Großstädten inzwischen zu viele gebaut, meinen die IW-Experten. In Frankfurt entstünden fast eineinhalb Mal so viele Mikroapartments wie benötigt, während in Düsseldorf gerade einmal zehn Prozent des Bedarfs gedeckt werden. Eigentlich sollen vor allem Studenten in diese Wohnungen ziehen. Doch die Mieten sind häufig zu hoch für junge Menschen, die sich mit Studentenjobs oder dem Geld der Eltern finanzieren. Eine zweite Entwicklung werde die Situation noch verschärfen, warnt Voigtländer: „In den kommenden Jahren wird die Zahl der Studenten wieder sinken. Was dann mit den Wohnungen passieren soll, ist fraglich.“

Marktkorrekturen drohen auf dem Land und in den Metropolen

Sowohl auf dem Land als auch in Metropolen könnte es also zu Marktkorrekturen kommen. In den Großstädten sorge zudem die Mietpreisbremse weiter für Unsicherheit bei Investoren. „Sie funktioniert zwar nachweislich nicht, dennoch wollen fast alle Parteien an ihr festhalten“, sagt Voigtländer. Nach der Bundestagswahl könnte sie sogar noch verschärft werden. Dann müssten Kalkulationen, die auf weiter steigenden Mieten beruhen, verworfen werden, was die Preise drücken würde. Kanzlerin Merkel hat sich in der vergangenen Woche kritisch zur Mietpreisbremse geäußert.

 

 

Schlagworte zum Thema:  Studie, Einfamilienhaus