03.02.2015 | ZIA-Frühjahrsgutachten

Keine Preisblase trotz angespannter Lage in Top-Regionen

ZIA: "Von einer Preisblase kann in Deutschland aktuell keine Rede sein"
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Immobilienwirtschaft sieht keine Preisblasen, trotz angespannter Lage in bevorzugten Regionen. Das teilte der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA in Berlin in seinem Frühjahrsgutachten mit. Der Mietanstieg habe sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr in Westdeutschland von 3,3 auf 2,7 Prozent verlangsamt, im Osten von 2,5 auf 1,9 Prozent. Die Kaufpreise stiegen im Westen um 5,5 Prozent, im Osten um 1,4 Prozent.

"Von einer Preisblase kann in Deutschland aktuell keine Rede sein", so der ZIA. In Metropolen und Top-Regionen bleibt die Lage für Mieter und Käufer aber angespannt. Hier sei die Nachfrage nach Wohnungen wesentlich größer als das Angebot. Für den europäischen Markt warnte die Bundesbank hingegen vor der Möglichkeit von Preisblasen.

"Neben der hohen Nachfrage treiben auch höhere Preise für Bauland, strengere Regulierung und immer schärfere Vorgaben bei der Energieeffizienz die Kaufpreise und Mieten", sagte  ZIA-Präsident Andreas Mattner in Berlin.

Der Regierungsberater Lars Feld kritisierte die geplante Mietpreisbremse der Koalition. "Sie stört die Funktion des Preises als Signal der Knappheit und erhöht die Unsicherheit für langfristige Investitionen", sagte Feld, der zu den "fünf Wirtschaftsweisen" gehört.

"Eine Ausweitung der Bauinvestitionen könnte helfen, Angebot und Nachfrage in Regionen mit stark gestiegenen Immobilienpreisen mittelfristig wieder ins Lot zu bringen", lautet der Lösungsvorschlag von Feld.

Zeiten des Mietpreisanstiegs vorbei

"Das Jahr 2014 dürfte das Ende des Mietpreisanstiegs markiert haben. Allerdings ist der Wohnimmobilienmarkt von erheblichen regionalen Unterschieden geprägt", so Harald Simons vom Forschungsinstitut Empirica.

Michael Kiefer, Chefanalyst und Leiter Immobilienbewertung bei ImmobilienScout24 ergänzt: "Die Nachfrage nach zentralen Lagen ist ungebrochen hoch. Um weiteren Preissteigerungen entgegenzuwirken, ist die Politik auf regionaler Ebene gefragt. Es müssen attraktive Rahmenbedingungen für mehr Neubau in den Städten geschaffen werden."

"Der Wohnungsbau profitiert von den günstigen Finanzierungsbedingungen für Baukredite und der Flucht der Investoren in vermeintlich sichere Anlagen", sagt Feld. Die Immobilienkredite seien zwar etwas ausgeweitet worden, im zeitlichen und internationalen Vergleich jedoch nur in moderatem Ausmaß.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Immobilienblase

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