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Zahl der Bürobeschäftigten steigt um 13,5 Prozent

Schwache Finanzbranche bremst Frankfurt aus
Bild: Haufe Online Redaktion

In den deutschen Top-15 Bürostädten ist die Zahl der Beschäftigten seit 2008 um 13,5 Prozent auf rund 2,2 Millionen angestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Immobiliendienstleisters Feri EuroRating Services. Zwei Branchen treiben diese Entwicklung voran: Die Unternehmensdienstleister sind um 30,9 Prozent und der ITK-Sektor "Information und Kommunikation" ist um 18,3 Prozent gewachsen.

Schwach entwickelte sich dagegen die Finanzbranche. Insgesamt schrumpfte diese Branche an den wichtigsten 15 Standorten um minus 0,4 Prozent.

Bürobeschäftigte in München legen um fast ein Viertel zu

Die Dynamik des Beschäftigungsaufbaus in den Top-15 Städten unterscheidet sich sehr deutlich. Mit Abstand am dynamischsten entwickelte sich München mit einem Zuwachs von fast einem Viertel mehr Bürobeschäftigten. Unter den Metropolen folgen mit deutlichem Abstand Berlin (plus 15,3 Prozent) und Hamburg (plus 14,4 Prozent). Die Gesamtzahl der Bürobeschäftigten liegt in München bei etwas mehr als 307.000.

München kommt damit auf Rang zwei hinter Berlin mit mehr als 366.000 Bürobeschäftigten. Frankfurt am Main liegt mit 214.000 Bürobeschäftigten auf Rang 4 hinter Hamburg (265.000).

Berlin mit höchstem Zuwachs in ITK-Branche

Insbesondere München verzeichnete ein starkes Wachstum der Branche "Unternehmensdienstleistungen". Dieser Bereich wuchs um 49,1 Prozent. Auch die ITK-Branche legte in München um 29,5 Prozent zu.

Berlin verzeichnete absolut gesehen den höchsten Zuwachs in der ITK-Branche in Deutschland. Diese Branche macht in beiden Städten sowie in Hamburg - wenngleich auf niedrigerem Niveau - etwa ein Fünftel der Bürobeschäftigten aus.

Schwache Finanzbranche bremst Frankfurt aus

Auch Frankfurt profitiert vom Beschäftigungsaufbau bei Bürobeschäftigten. Insgesamt legte die Mainmetropole jedoch nur um 9,6 Prozent zu. Die Beschäftigtenzahl wuchs in der Finanzbranche nur um 1,6 Prozent und auch "Unternehmensnahe Dienstleistungen" entwickelten sich mit einem Zuwachs von 11,1 Prozent im Vergleich zu München nur sehr schwach. Diese Branche ist in München bald doppelt so groß wie in Frankfurt.

Immobilienwirtschaft mit wenig Beschäftigungsaufbau

Trotz des Booms in der Immobilienwirtschaft konnte diese Branche vergleichsweise wenig Zuwachs bei Bürobeschäftigten verzeichnen. Insgesamt sind an den Top-15 Standorten rund 96.000 Bürobeschäftigte in diesem Segment tätig - ein Plus von nur 0,3 Prozent. In Hamburg bildet die Gruppe der im Grundstücks- und Wohnungswesen Beschäftigten mit 33,6 Prozent die am stärksten wachsende Gruppe von Bürobeschäftigten.

Berlin profitiert darüber hinaus von der hohen Anzahl an Beschäftigten in der "Öffentlichen Verwaltung". Hier sind 83.000 Menschen tätig. Es handelt sich um die größte Gruppe der Bürobeschäftigten in der Bundeshauptstadt. Trotz des Umzugs der Bundesregierung nach Berlin ist diese Branche auch in der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn mit etwa 18.700 Beschäftigten nach wie vor stark vertreten. Dies ist etwa ein Viertel aller Bürobeschäftigten in Bonn. Dieser Bereich legte sogar noch um 6,2 Prozent seit 2008 zu.

Künftig kein Boom bei Büromieten

Der Beschäftigungszuwachs in den Bürometropolen hat sich nicht entsprechend in der Entwicklung der Büromieten niedergeschlagen. Die Büromieten haben sich in den vergangenen Jahren eher stabil entwickelt. Auch in den kommenden ein bis zwei Jahren rechnet Feri lediglich mit einem Anziehen der Büromieten leicht oberhalb der Inflation.

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