20.11.2014 | immowelt.de

Wohnungspreise lassen um bis zu 26 Prozent nach

In Essen gaben die Preise um 26 Prozent nach
Bild: Mika Abey ⁄

In zehn von 14 Großstädten sind die Preise für Eigentumswohnungen inflationsbereinigt nicht oder kaum gestiegen, das zeigt eine 10-Jahres-Analyse des Immobilienportals immowelt.de. Drastische Preissteigerungen von bis zu 53 Prozent gab es hingegen in den Metropolen München, Hamburg und Berlin. Ein deutlicher Preisverfall fand in Essen statt (minus 26 Prozent).

Aktuell kostet eine Eigentumswohnung in Hamburg im Mittel 3.335 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt 3.444 Euro und in München sogar 5.192 Euro. Gefühlt kennen die Immobilienpreise in Deutschland nur eine Richtung: steil bergauf.

Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen sind in den Metropolen Frankfurt (34 Prozent), Berlin (43 Prozent), Hamburg (47 Prozent) und München (53 Prozent) zwischen 2004 und 2014 extrem gestiegen. Auf der anderen Seite sind die Preise in fast jeder zweiten Stadt gesunken. In einigen Großstädte gingen die Angebotspreise sogar um mehr als 20 Prozent in den Keller: Leipzig (minus 22 Prozent), Dortmund (minus 24 Prozent) und Essen (minus 26 Prozent).

Steigerung erst seit 2009

Besonders in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrzehnts verloren Eigentumswohnungen an Wert: Zwischen 2004 und 2009 fielen bundesweit die Immobilienpreise, insbesondere durch den Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2007. Selbst in München (minus zwölf Prozent) und Berlin (minus 15 Prozent) waren sie rückläufig - allerdings kostete der Quadratmeter an der Isar 2009 mit 2.978 Euro bereits fast doppelt so viel wie in Berlin mit 1.580 Euro.

Besonders stark sanken die Preise zwischen 2004 und 2009 in Dortmund (minus 26 Prozent), Leipzig (minus 27 Prozent) und Dresden (minus 31 Prozent). Die Bereitschaft, in Immobilien zu investieren, war gering.

Preisexplosionen in München, Hamburg und Berlin

Doch während sich einige Städte gar nicht oder nur schleppend von dem Einbruch auf dem Immobilienmarkt erholten, stiegen die Preise für Wohnungen in den attraktiven Metropolen Berlin (68 Prozent), und Hamburg (68 Prozent) zwischen 2009 und 2014 drastisch an.

Beim Spitzenreiter München kletterten die Kaufpreise pro Quadratmeter binnen fünf Jahren um 74 Prozent von 2.978 Euro (2009) auf 5.192 Euro (2014).

Schlusslicht Essen: 1.000 Euro pro Quadratmeter

Auch wenn in Leipzig (acht Prozent) und Dortmund (drei Prozent) die Preise ab 2009 wieder moderat gestiegen sind - über den gesamten Zehn-Jahreszeitraum betrachtet sind Wohnungen in beiden Städten deutlich günstiger geworden: in Leipzig um 22 Prozent, in Dortmund um 24 Prozent.

Besonders groß ist der Preisverfall in Essen: In der Revierstadt sind die Preise um mehr als ein Viertel gesunken (minus 26 Prozent). Die vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und der starke Wegzug haben ihre Spuren hinterlassen: Mit 1.000 Euro pro Quadratmeter im ersten Quartal 2014 bildet Essen das Schlusslicht unter den 14 deutschen Großstädten. Auch in Köln (minus ein Prozent), Hannover (minus fünf Prozent) und Dresden (minus sieben Prozent) sind die Immobilienpreise im Untersuchungszeitraum gesunken.

Die Städte im Mittelfeld - Düsseldorf (19 Prozent), Stuttgart (22 Prozent) und Nürnberg (24 Prozent) - verzeichnen über den Gesamtzeitraum eine stabile Entwicklung, die sich im Rahmen der Inflationsrate bewegt.

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