In Hamburg ist die Preisschwelle weder für Wohneigentum, noch für die Mieten erreicht Bild: Corbis

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohneigentum hat im zweiten Halbjahr 2016 den Markt in den Top-7-Städten noch einmal heiß laufen lassen. Die Folge: Steigende Kaufpreise und Mieten. Bei den Eigentumswohnungen jedoch beobachtete Wüest Partner in München, Frankfurt am Main und Stuttgart eine Schwelle bei den Spitzenpreisen. Berlin ist stabil, in Hamburg und Köln stiegen die Preise über alle Segmente hinweg, in Stuttgart nur noch die von Eigentumswohnungen.

Im Vergleich mit Europa stellt Deutschlands Eigentumsquote mit rund 52 Prozent laut Wüest Partner weiterhin das Schlusslicht dar. Doch die bereits lange andauernde Niedrigzinsphase und das Wirtschaftswachstum verstärken den langjährigen Trend, dass die Deutschen ihr Geld in Wohneigentum investieren. Tendenz steigend.

Die Durchschnittspreise für Ein- und Zweifamilien sind in allen der untersuchten Städte Berlin (3.200 Euro pro Quadratmeter), Düsseldorf (3.900 Euro pro Quadratmeter), Frankfurt am Main (4.000 Euro pro Quadratmeter), Hamburg (3.600 Euro pro Quadratmeter), Köln (3.100 Euro pro Quadratmeter), München (6.800 Euro pro Quadratmeter) und Stuttgart (4.500 Euro pro Quadratmeter) stabil.

Die Spitzenpreise für Häuser sind im zweiten Halbjahr nur in Hamburg (11.300 Euro pro Quadratmeter) und Köln (9.400 Euro pro Quadratmeter) noch einmal gestiegen, in München (11.600 Euro pro Quadratmeter), Frankfurt (10.200 Euro pro Quadratmeter) und Stuttgart (9.500 Euro pro Quadratmeter) sind sie gefallen, in Berlin (10.000 Euro pro Quadratmeter) und Düsseldorf (10.700 Euro pro Quadratmeter) machte Wüest Partner stabile Spitzenpreise aus.

Die Spitzenpreise für Eigentumswohnungen stiegen im zweiten Halbjahr 2016 laut Wüest Partner nur noch in Hamburg (11.300 Euro pro Quadratmeter; Durchschnittspreis: 4.100 Euro pro Quadratmeter), Köln (Spitzenpreis: 7.000 Euro; Durchschnittspreis: 3.100 Euro) und Stuttgart (Spitzenpreis: 9.800 Euro; Durchschnittspreis: 4.200 Euro). In Berlin (Spitzenpreis: 9.500 Euro; Durchschnittspreis: 3.500 Euro), München (Spitzenpreis: 11.500 Euro; Durchschnittspreis: 6.700 Euro) und Frankfurt (Spitzenpreis: 10.100 Euro; Durchschnittspreis: 4.400 Euro) sind die Preise stabil, in Düsseldorf (Spitzenpreis: 10.000 Euro; Durchschnittspreis: 3.400 Euro) sind sie gesunken.

Miete steigen in fünf der sieben Metropolen weiter

Am Mietwohnungsmarkt sind diese Entwicklungen laut Wüest Partner noch nicht zu beobachten. Zwar sind die Medianmieten weiter stabil, die Spitzenmieten erhöhten sich jedoch in allen der sieben untersuchten Metropolen, mit Ausnahme von Hamburg (Durchschnittsmiete: 11,70 Euro pro Quadratmeter und Monat; Spitzenmiete: 20,30 Euro) und Frankfurt (Durchschnittsmiete: 13,70 Euro pro Quadratmeter und Monat; Spitzenmiete: 23,10 Euro). Hier blieben die Mieten stabil.

Die höchsten Mieten verzeichnete München mit durchschnittlich 17,50 Euro pro Quadratmeter und Monat und einer Spitzenmiete von 31,10 Euro. In Berlin lag die Medianmiete im zweiten Halbjahr 2016 bei 10,30 Euro pro Quadratmeter und Monat, die Spitzenmiete bei 18,50 Euro. Düsseldorf kommt auf einen Quadratmeterpreis von 10,90 Euro im Mittel und eine Spitzenmiete von 19,20 Euro. In Köln müssen Mieter im Schnitt 10,80 Euro pro Quadratmeter bezahlen (Spitzenmiete: 20,00 Euro) und in Stuttgart 13,20 Euro (Durchschnittsmiete) beziehungsweise 27,40 Euro (Spitzenmiete).

Die Renditen sind der Studie zufolge weiter gesunken und lagen im zweiten Halbjahr 2016 zwischen 2,6 Prozent in München und 3,2 Prozent in Düsseldorf. In Berlin lagen die Renditen bei 2,9 Prozent, in München nur noch bei 2,6 Prozent, in Hamburg bei 3,0 Prozent, in Frankfurt, Köln und Stuttgart bei 3,1 Prozent, in Düsseldorf bei 3,2 Prozent.

25 Prozent der Investoren kommen aus dem Ausland

Die Investorennachfrage nach Wohnimmobilien war laut Wüest Partner auch 2016 ungebrochen hoch. Dass das Transaktionsvolumen letztlich vergleichsweise niedrige 13,5 Milliarden Euro betrug, lag Wüest Partner zufolge am knappen Angebot.

Gefragt waren vor allem Portfolios aus Bestandsimmobilien. Sie hatten einen Anteil von rund 58 Prozent am Umsatz. Projektentwicklungen machten 21 Prozent aus. Eingekauft haben vor allem Spezialfonds (23 Prozent) sowie Immobilien AGs und REITS (21 Prozent).

Deutsche Investoren dominierten den Markt, nur knapp ein Viertel der Transaktionen entfiel auf ausländische Investoren, insbesondere auf europäische Investoren (neun Prozent).

Gutachterausschuss: Zahl der verkauften Immobilien in Hamburg gesunken

Wie der Gutachterausschuss für Grundstückswerte ermittelte, ist die Zahl der in Hamburg verkauften Wohnungen und Häuser 2016 im Vergleich zu 2015 um rund 700 auf 12.800 gesunken. Das dafür ausgegebene Geld sei dagegen um rund fünf Prozent auf rund 10,2 Milliarden Euro gestiegen, heißt es in dem am Montag vorgelegten "Immobilienmarktbericht Hamburg 2017" auf  Basis des Berichts des Gutachterausschusses.

Frei stehende Einfamilienhäuser in Hamburg wurden demnach um acht Prozent teurer, Reihenhäuser um zwölf Prozent. Bei Eigentumswohnungen lagen die Preise den Angaben zufolge 2016 rund zehn Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Mehrfamilienhäusern sei das Geldvolumen um 27 Prozent. Im Schnitt sei das 22,9-fache der Jahresnettokaltmiete gezahlt worden.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Mietpreis, Wohnungseigentum, Studie

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