Kaufen ist erheblich teurer geworden, etwas moderater haben sich die Mietpreise entwickelt Bild: ImmobilienScout24

In den deutschen Metropolen haben sich die Kaufpreise für Wohnungen in den vergangenen zehn Jahren – seit ImmobilienScout24 den Immobilienpreisindex IMX erhebt – fast verdoppelt. Vor allem in Berlin steigen die Preise ungebremst: Konnten Käufer im Jahr 2007 eine Bestandswohnung noch für einen Quadratmeterpreis von 1.083 Euro erwerben, müssen sie heute mit 2.804 Euro pro Quadratmeter das Zweieinhalbfache an Kosten einkalkulieren.

Bei Bestandswohnungen in Berlin ist der Immobilienpreisindex damit von 2007 zu 2017 um 158 Prozentpunkte gestiegen. Auch in München und Hamburg sind die Preisentwicklungen enorm. In München ist der IMX um 133 Prozentpunkte gestiegen, in Hamburg um 107 Prozentpunkte.

„Derzeit ist nicht abzusehen, wann sich dieser Wachstumstrend abschwächt“, so Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24.

In der Diskussion um einen Trendbruch bei den Immobilienpreisen in den Metropolen, die der Zentrale Immobilien Ausschuss ZIA angestoßen hatte, kam etwa die Sparda-Bank mit einer Studie zum gleichen Ergebnis wie ImmobilienScout24: Vor allem in Süddeutschland, dem Rheinland und den Ballungsräumen Berlin und Hamburg werden demnach die Preise bis zum Jahr 2020 weiter steigen.

Eine nachfragegerechte Baulandpolitik könnte laut Empirica den Preisboom stoppen.

Gleiche Wohnung – fast doppelter Kaufpreis

Bezahlbare Wohnungen sind laut ImmobilienScout24 nur noch schwer zu finden. Im Bundesdurchschnitt sind die Quadratmeterpreise von Bestands- und Neubauwohnungen von März 2007 bis März 2017 um knapp 70 Prozent gestiegen. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für eine neue 80 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit mittlerem Ausstattungsstandard hat sich von 1.443 Euro (2007) auf 2.436 Euro (2017) erhöht, der von Bestandswohnungen von 948 Euro (2007) auf heute 1.583 Euro für eine 30 Jahre alte 80 Quadratmeter große 3-Zimmer-Wohnung mit mittlerem Ausstattungsstandard.

Preisentwicklungen in den Metropolstädten (2007 und 2017)

Jahr

IMX-Wert in Prozent für Wohnungen (Bestand)

IMX-Wert in Prozent für Wohnungen (Neubau)

IMX-Wert in Prozent für Mietwohnungen

Kaufpreis in Prozent von Wohnungen (Bestand) in Euro pro Quadratmeter

Kaufpreis in Prozent von Wohnungen (Neubau) in Euro pro Quadratmeter

Preis in Prozent für Mietwohnungen in Euro pro Quadratmeter

 

 

 

 

 

 

 

Berlin

 

 

 

 

 

 

01.03.2007

100

100

100

               1.083  

               2.049  

             5,20  

01.03.2017

258,8

190,1

171,9

               2.804  

               3.895  

             8,94  

München  

 

 

 

 

 

 

01.03.2007

100

100

100

               2.424  

               4.154  

             9,96  

01.03.2017

233,0

182,8

151,2

               5.650  

               7.598  

           15,06  

Hamburg

 

 

 

 

 

 

01.03.2007

100

100

100

               1.663  

               2.504  

             7,11  

01.03.2017

207,7

189,9

141,9

               3.454  

               4.756  

           10,09  

Quelle: ImmobilienScout24

Die hohe Nachfrage wird die Immobilienpreise in Hamburg laut LBS weiter steigen lassen. ImmobilienScout24 hat für den aktuellen IMX neben Berlin überhaupt nur Hamburg und München untersucht. Laut Corpus Sireo ist Frankfurt eines der teuersten Pflaster für neue Eigentumswohnungen deutschlandweit. Besonders teuer sind hier Wohnungen in neuen Hochhäusern mit durchschnittlich 7.000 Euro pro Quadratmeter.

Laut Dr. Klein stiegen die Wohnungspreise in der Region Berlin zum Ende 2016 im Vergleich zum dritten Quartal 2016 um 3,71 Prozent, verglichen mit dem Vorjahresquartal sogar um 7,08 Prozent. Nach einer Analyse von JLL legten die Kaufpreise im Vergleich der Top 7 Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart und Leipzig alleine im ersten Halbjahr 2017 verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum 2016 im Schnitt um acht Prozent zu – nur noch geringfügig mehr als die Mietpreise.

Mieten weniger stark gestiegen

Laut ImmobilienScout 24 sind die Preise für Mietwohnungen im Zehn-Jahres-Vergleich seit 2007 aber wesentlich moderater als die Kaufpreise gestiegen. Der Immobilienpreisindex IMX weist einen Anstieg von 32 Prozent im bundesweiten Durchschnitt aus. Demzufolge haben sich die Mietpreise von 2007 bis 2017 im Schnitt von 4,68 Euro auf 6,16 Euro pro Quadratmeter erhöht.

Auch bei den Mieten sind die Preiszuwächse in den Metropolen im IMX deutlich größer als im Bundesdurchschnitt. Berlin ist auch hier mit knapp 72 Prozent Mietpreissteigerung Spitzenreiter im Deutschland-Vergleich: 2007 kostete der Quadratmeter noch rund fünf Euro, heute sind es knapp neun Euro pro Quadratmeter.

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Wohnungsmarkt, Immobilienpreis

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