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Wohnungsmarkt: Mieten steigen mit deutlichen innerstädtischen Unterschieden

Stuttgart ist beliebt bei Investoren und verzeichnet laut NAI Apollo den größten Preissprung bei Wohneigentum
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Die Mieten sind in den elf deutschen Top-Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Dresden) im ersten Halbjahr 2016 im Schnitt um 2,6 Prozent gestiegen. Das ist Ergebnis des Wohnmarktberichts von NAI Apollo. Diese Zuwächse reichen von 0,4 Prozent in Hamburg bis zu 6,5 Prozent in Leipzig. Dabei sind die Mietsteigerungsquoten außerhalb der Top-Lagen stärker als in den Zentren ausgefallen.

Die Rangliste der Angebotsmieten wird im ersten Halbjahr 2016 erneut von München mit im Schnitt 16,30 Euro pro Quadratmeter und Monat angeführt. Es folgen Frankfurt am Main (13,10 Euro pro Quadratmeter und Monat) und Stuttgart (12,10 Euro pro Quadratmeter und Monat), womit sich die Stadt im Vergleich zum Vorjahr leicht von Hamburg (11,30 Euro pro Quadratmeter und Monat) absetzen konnte. Die Schlusslichter bilden Leipzig und Dortmund mit einer durchschnittlichen Angebotsmiete von 6,55 Euro pro Quadratmeter und Monat.

Auffällig ist laut NAI Apollo, dass die Mietwachstumsquoten hinter den Kaufpreisentwicklungen zurückbleiben. Gerade in den hochpreisigen Metropolen Hamburg, München und Frankfurt liegt die Steigerung in diesem Jahr unter einem Prozent, die damit sowohl im langjährigen Vergleich als auch im diesjährigen Städtevergleich unterdurchschnittlich ist. Das durchschnittliche Wachstum des Angebotspreises von Eigentumswohnungen lag bei 6,5 Prozent.

Die stärkste Steigerungsrate bei den Kaufpreisen im Jahresvergleich verzeichnet NAI Apollo in Stuttgart mit einem Anstieg des durchschnittlichen Angebotspreises von 9,8 Prozent auf 4.030 Euro pro Quadratmeter. München und Stuttgart schneiden auch im European Regional Economic Growth Index (E-REGI) von LaSalle auch 2016 besonders gut ab. Auf Platz zwei folgt Leipzig mit einer Steigerung um 8,9 Prozent auf 2.090 Euro pro Quadratmeter; Platz drei geht an München mit 8,4 Prozent. München liegt aber mit einem durchschnittlichen Angebotspreis von 6.700 Euro pro Quadratmeter absolut weiterhin an erster Stelle. Mit 4.640 Euro pro Quadratmeter belegt Frankfurt den zweiten Rang.

Brexit, Flüchtlinge, Mietpreisbremse wirken auf Wohnungsmarkt ein

Die Kaufpreise für Wohnraum steigen laut NAI Apollo allerdings auf geringerem Niveau und mit überwiegend niedrigeren Steigerungsquoten weiter. Ein Blick auf den Investmentmarkt für Wohnportfolios zeigt, dass das gehandelte Volumen abgenommen hat. Das ist NAI Apollo zufolge aber nicht Folge einer nachlassenden Nachfrage, sondern geht auf ein mangelndes Angebot zurück. So gaben in einer Umfrage von Rückerconsult im Auftrag von Engel & Völkers Investment Consulting 57 Prozent nur der der institutionellen Anleger an, dass sie ihren Wohnimmobilienanteil in den kommenden zwölf bis 18 Monaten erhöhen wollen.

Laut NAI Apollo haben sich die zurückgegangenen Großankäufe und Unternehmensübernahmen gravierend auf das Marktgeschehen niedergeschlagen. Erwartet wird die Fokussierung auf kleinere Portfoliogrößen. Daneben gebe es Entwicklungen, die seit dem vergangenen Jahr verstärkt auf den deutschen Markt für Wohnimmobilien einwirken oder die in Zukunft marktbeeinflussende Wirkungen haben werden. „Das sind vor allem die Auswirkungen der Mietpreisbremse, die Herausforderungen des Flüchtlingszustroms, die Folgen des Brexit und die Gefahr einer Blasenbildung“, sagt Stefan Mergen, geschäftsführender Gesellschafter der NAI Apollo Valuation & Research GmbH.

Die Aspekte werden vor allem in "Sachen Brexit" kontrovers diskutiert. Die Umfragewerte für den IW Immobilien-Index etwa deuten darauf hin, dass sich die deutschen Investoren als Folge des Brexit auf das Ende eines Booms vorbereiten. Laut einer Studie von Fidelity International werden die Euro-Kernländer eher profitieren, zumindest kurzfristig, und vor allem Deutschland und Frankreich.

Schlagworte zum Thema:  Miete, Studie

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