Bundesamt: Turbo-Preisschub für Häuser und Wohnungen

Um fast elf Prozent sind die Preise für Wohnungen und Häuser im zweiten Quartal 2021 gestiegen, so stark wie noch nie. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts müssen Käufer in den Städten und selbst in dünn besiedelten ländlichen Regionen deutlich mehr zahlen als noch vor einem Jahr.

Der Preisanstieg für Wohnimmobilien in Deutschland hat sich weiter beschleunigt. Nach einer vorläufigen Auswertung des Statistischen Bundesamtes lag der sogenannte Häuserpreisindex im zweiten Quartal 2021 um 10,9 Prozent über dem Wert, den er im zweiten Quartal 2020 erreicht hatte. Das ist der größte Preisschub seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2000, wie die Wiesbadener Behörde am 24. September mitteilte. Seit 2016 lag das Plus bei dem Index durchgehend über der Fünf-Prozent-Marke.

Gegenüber dem ersten Quartal 2021 haben sich die aktuellen Preise für Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um 3,7 Prozent verteuert. In den ersten drei Monaten hatten sich die Kaufpreise im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,9 Prozent verteuert. Hier hatte das Bundesamt mit der jüngsten Veröffentlichung den vorläufigen Wert (plus 9,4 Prozent) noch um 0,5 Prozentpunkte nach unten korrigiert.

Wohnimmobilien werden selbst auf dem Land teurer

Die Preise für Wohnimmobilien haben den Statistikern zufolge sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Kreisen deutlich angezogen. Einen besonders starken Anstieg gab es in den sieben größten deutschen Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf: Im Schnitt erhöhten sich die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser in den sieben Metropolen um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, Eigentumswohnungen verteuerten sich um 12,9 Prozent.

In den anderen kreisfreien Großstädten stiegen die Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser im zweiten Quartal 2021 um 11,9 Prozent, Eigentumswohnungen kosteten 10,5 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahresquartal. Selbst in den dünn besiedelten ländlichen Kreisen verteuerten sich Häuser um 11,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und Wohnungen um 9,2 Prozent. In den Werten sind die Nebenkosten, zum Beispiel die Maklercourtage, nicht abgebildet.


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dpa
Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Eigentümer, Wohnimmobilien