Wer auf Baufirmen angewiesen ist, muss in Bayern derzeit lange auf sein Einfamilienhaus warten Bild: Corbis

Die Immobilienbranche in Bayern kann nicht klagen. Die Nachfrage nach Wohnimmobilien steigt weiter, wie der Immobilienverband Deutschland (IVD) berichtet, und mit ihr die Preise. Das ist vor allem in den Großstädten so. In vielen Städten müssen sich Käufer außerdem bei Bauaufträgen auf lange Wartezeiten einstellen.

Im Durchschnitt kostet eine Eigentumswohnung in Bayern inzwischen 2.990 Euro pro Quadratmeter – das sind noch einmal 4,8 Prozent mehr als im Frühjahr.

"Von Abbremsen ist nichts zu sehen, der Markt hat mit einer weiter großen Dynamik Preissteigerungen generiert", sagte Professor Dr. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts.

 

Mit 6.200 Euro pro Quadratmeter sind Eigentumswohnungen nach wie vor in München am teuersten. Doch auch in anderen Großstädten und sogar in den Mittelstädten steigen Kippes zufolge die Preise. Die Nachfrage nach Immobilien ist anhaltend stark, das Angebot laut IVD an vielen Orten zu gering.

Baugrundpreise für Einfamilienhäuser legen um 6,7 Prozent zu

Teurer wurden für Käufer auch Wohn- und Geschäftshäuser. Am stärksten stiegen laut IVD im vergangenen Halbjahr mit 6,7 Prozent die Baugrundpreise für Einfamilienhäuser. Allerdings sei das verfügbare Einkommen seit 1995 um etwa 53 Prozent gestiegen, die Preise für Einfamilienhäuser hätten im gleichen Zeitraum nur um 46 Prozent zugelegt. Durch die aktuell niedrigen Zinsen ist der Kauf eines Eigenheims dem Verband zufolge teilweise erschwinglicher geworden.

Bayerische Bauwirtschaft – ausgelastet wie nie

"Der Blick in die Zukunft lässt uns stark hoffen, weil wir noch nie so viel Arbeit im Voraus hatten", sagte Hans Auracher, Sprecher der Landesvereinigung Bauwirtschaft Bayern. Die Auftragsbücher der Ausbaubetriebe sind laut Konjunkturumfrage der Landesvereinigung im Schnitt für die nächsten zweieinhalb Monate gefüllt.

Das Auftragspolster der Baufirmen reicht Auracher zufolge für die kommenden drei Monate. Die Wartezeiten seien "manchmal schon ein Problem".

Grundstücke für bezahlbare Wohnungen sind Mangelware

Was in den Städten in Bayern weiterhin fehlt, sind Grundstücke für bezahlbare Wohnungen. "Wir bauen zu teuer", sagte Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer beim Landesverband Bayerischer Bauinnungen. Gemeint seien bürokratische Auflagen, die die Baupreise in die Höhe treiben.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Eigentumswohnung, Bauauftrag

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