In Leipzig ist selbst die Miete für Innenstadtwohnungen noch erschwinglich Bild: Haufe Online Redaktion

In Leipzig gibt es noch flächendeckend bezahlbaren Wohnraum. Das sagen zumindest die fünf großen Wohnungsgenossenschaften Unitas, VLW Vereinigte Leipziger Wohnungsgenossenschaft, Baugenossenschaft Leipzig (BGL), Wogetra und WBG Kontakt, die sich dabei auf eigene Mietstatistiken berufen. Demnach bezahlen Mieter in Leipzig für Wohnungen der Genossenschaften durchschnittlich 4,75 Euro pro Quadratmeter.

12.000 Wohnungen sollen nach Angaben der Wohnungsgenossenschaften sogar noch darunter liegen. Preisunterschiede zwischen den Stadtteilen gebe es kaum. Die Unternehmen analysierten für die aktuelle Mietstatistik ihren Bestand von insgesamt 40.000 Wohnungen.

Lageabhängige Unterschiede bei den Mietpreisen nur minimal

Mieten im mittleren Segment zwischen 4,50 und 5,50 Euro pro Quadratmeter finden sich der Statistik zufolge über ganz Leipzig verteilt. Es gebe nur eine minimale lageabhängige Ausdifferenzierung der Miete.

„Ein funktionierender Mietspiegel muss auf Ausstattung statt Lage setzen“, sagt Jörg Keim, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Kontakt im Hinblick auf den anstehenden Stadtratsbeschluss.

So liegt im untersuchten Bestand die Durchschnittsmiete im teuersten Stadtteil Mitte bei 5,35 Euro pro Quadratmeter, im günstigsten Stadtteil Nord-Ost allerdings nur 72 Cent darunter. „Ob ein Mieter das Maximum in Leipzig von 11,20 Euro pro Quadratmeter oder das Minimum von 2,99 Euro zahlt, hängt zuerst vom Ausstattungs- und Modernisierungsgrad der Immobilie ab, in der er lebt und nicht vorrangig von der Lage“, so Keim.

Leerstand bei 7,7 Prozent

Leipziger finden bezahlbaren Wohnraum demnach auch künftig stadtteilübergreifend. Aktuell verfügen die fünf Wohnungsgenossenschaften nach eigenen Angaben noch über einen Leerstand von 7,7 Prozent, wovon 5,2 Prozent sofort verfügbar und der Rest mittelfristig aktivierbar ist.

„Diese Werte weisen auf einen funktionierenden Wohnungsmarkt hin“, sagt Wolf-Rüdiger Kliebes, Vorstand der VLW.

„Wir können die teilweise sehr aufgeregte Diskussion um drohende Wohnungsnot auf einem angespannten Wohnungsmarkt anhand unserer Zahlen nicht nachvollziehen", so Kliebes weiter. Wohnungspolitische Diskussionen von Mietpreisbremse über Mietspiegel bis zur Förderung müssten ihm zufolge wesentlich faktenbasierter und weniger ideologisch geführt als bisher.

Schlagworte zum Thema:  Mietwohnung, Wohnungsmarkt, Wohnbaugesellschaft

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