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Wohnungsbau: Genehmigungen auf neuem Hoch seit 1999

In Wohnheimen wurden laut Destatis die meisten Wohnungen genehmigt (Symbolfoto)
Bild: Lara ⁄

In den ersten neun Monaten 2016 sind in Deutschland 276.297 Wohnungen genehmigt worden. Das sind so viele wie seit 1999 (331.600) nicht mehr und 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Zahlen hochgetrieben haben Mehrfamilienhäuser und Wohnheime, darin sind auch Flüchtlingsunterkünfte enthalten. Die Bauindustrie befürchtet allerdings, dass zu viele Genehmigungen nur zu Spekulation eingeholt werden.

Auch im ersten Halbjahr wurden die meisten Wohnungen in Wohnheimen genehmigt, was Kritikern zufolge den angespannten Wohnungsmarkt aber mittelfristig nicht entlasten wird.

Von den genehmigten Wohnungen waren 232.500 neue Einheiten in Wohngebäuden (plus 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum). In Mehrfamilienhäusern wurden 26.700 Wohnungen genehmigt, also 27,5 Prozent mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Die Anzahl der Wohnungen in Zweifamilienhäusern stieg um 12,6 Prozent beziehungsweise 1.900 Wohnungen und in Einfamilienhäusern um drei Prozent beziehungsweise 2.100 Wohnungen.

In Wohnheimen stieg die Zahl der neuen Einheiten um 129,6 Prozent auf 18.400 und damit mehr als in Zweifamilienhäusern (17.100 Wohnungen). Ohne Berücksichtigung der Wohnungen in Wohnheimen stiegen die Baugenehmigungen in neuen Wohngebäuden um 16,8 Prozent.

Bauindustrie: "Genehmigt ist noch lange nicht gebaut"

"Die Zahlen sind auf den ersten Blick erfreulich", so Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, "genehmigt ist aber noch lange nicht gebaut". Auch der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist im Vergleich zum Vorjahr auf einem neuen Rekordwert seit 1999. Im vergangenen Jahr wurde laut Knipper der Neu- und Umbau von 313.000 Wohnungen genehmigt, zehn Prozent mehr als 2014.

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sagt Knipper. Die knapp 380.000 Genehmigungen, die für dieses Jahr erwartet werden, würden nicht reichen, um die Wohnungsnot zu beheben.

"Wir befürchten, dass viele Genehmigungen zunächst nur eingeholt werden, um die Spekulation zu befeuern", so Knipper. Das Grundstück steige im Wert, wann gebaut werde, stehe in den Sternen. Die zunehmenden Genehmigungszahlen dürften nicht dazu verleiten, die Belebung des Wohnungsbaus als Selbstläufer zu betrachten. Dringend nötig wäre etwa eine Baulandoffensive der Kommunen.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsgenehmigungen, Wohnheim, Wohnung

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