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Wohnungsbau: Genehmigungen steigen um 4,8 Prozent

Mit einem Plus 5,9 Prozent legte der Bau von Einfamilienhäusern am deutlichsten zu
Bild: Haufe Online Redaktion

In den ersten neun Monaten 2015 wurden in Deutschland 222.800 neue Wohnungen genehmigt, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Zeitraum von Januar bis September 2014 hatte das Plus gegenüber 2013 allerdings noch bei 5,2 Prozent gelegen. Der Spitzenverband GdW sieht die nachlassende Dynamik mit Sorge und fordert Maßnahmen von der Politik.

Mit einem Plus 5,9 Prozent legte der Bau von Einfamilienhäusern am deutlichsten zu. Insgesamt wurden in Wohngebäuden Destatis zufolge von Januar bis September 191.400 neue Wohnungen genehmigt, das waren 3,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser (plus 2,9 Prozent) und Zweifamilienhäuser (plus 1,4 Prozent) stiegen in diesem Zeitraum geringer an.

Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude ging von Januar bis September 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,4 Prozent auf 138,6 Millionen Kubikmeter zurück. Bezogen auf die Gebäudeart wurde vor allem der Bau von Fabrik- und Werkstattgebäuden (minus 15,9 Prozent) weniger genehmigt als im Vorjahreszeitraum.

GdW: Politik muss Wohnungsbau anheizen

"Gerade angesichts der stark steigenden Zuwanderung muss die Politik sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, um den Wohnungsneubau anzuheizen“, sagt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, zu den Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Die Neubaudynamik nehme weiter ab.

Im Zeitraum von Januar bis September 2014 hatte das Plus gegenüber dem Vorjahr noch bei 5,2 Prozent gelegen. "Wir brauchen einen Neubau-Boom in den Städten", so Gedaschko. Derzeit belaufe sich das Wohnungsdefizit in Deutschland insgesamt auf mindestens 800.000 Wohnungen. Das liege nicht nur an der hohen Zahl der Flüchtlinge, die aktuell nach Deutschland kommen. Die Flüchtlingszuwanderung erhöhe aber den Handlungsdruck.

Konkret müssten in Deutschland bis 2020 jährlich insgesamt rund 400.000 Wohnungen und damit rund 140.000 Mietwohnungen mehr als in diesem Jahr gebaut werden – davon 80.000 Sozialwohnungen und 60.000 Einheiten im bezahlbaren Wohnungssegment.

Die Politik müsse die bestehenden Hürden für mehr bezahlbaren Wohnungsbau aus dem Weg räumen, angesichts des hohen Nachfragedrucks mit Sofortmaßnahmen: Etwa, indem Bauleitplanungen und Baugenehmigungsverfahren deutlich beschleunigt und die Baunutzungsverordnung überarbeitet würden, so der GdW-Chef.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Baugenehmigung

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