01.12.2015 | BBSR

Wohnungsbau: 70 Prozent der Investitionen fließen in den Gebäudebestand

2014 wurden sieben Milliarden Euro in eine umfassende Modernisierung investiert
Bild: MEV-Verlag, Germany

188,5 Milliarden Euro flossen im Jahr 2014 in die Erhaltung und Modernisierung des Bestandes. Im Wohnungsbau entspricht das rund 70 Prozent aller Investitionen. Eine untergeordnete Rolle spielen hier Vollsanierungen. Das geht aus einem Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Gegenüber 2010 sind demnach energetische Erneuerungen um 16 Prozent gesunken.

Das gesamte Bauvolumen betrug im vergangenen Jahr 330 Milliarden Euro.

"Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung der Investitionen im nächsten Jahr fortsetzen wird", sagt BBSR-Direktor Harald Herrmann. Der Wohnungsbau werde eine wesentliche Stütze des Wachstums bleiben und die Zuwanderung die Nachfrage nach Wohnraum weiter erhöhen. Dies werde auch den Bedarf nach Renovierungen und somit die Bauleistungen in den Gebäudebeständen verstärken.

Das Gros der Bestandsinvestitionen (85 Prozent) entfiel im Jahr 2014 auf Teilsanierungen. Insgesamt wurden 100 Milliarden Euro dafür aufgewandt. Vollmodernisierungen spielen hingegen im Wohnungsbau weiterhin eine untergeordnete Rolle. Im vergangenen Jahr wurden etwa sieben Milliarden Euro in eine umfassende Modernisierung investiert. Dies entspricht sechs Prozent der Bestandsmaßnahmen im Wohnungsbau.

Energetische Modernisierungen rückläufig

Rückläufig sind hingegen die Investitionen in die energetische Sanierung von Wohngebäuden. Diese sind dem Bericht zufolge gegenüber 2010 um 16 Prozent gesunken. Mehr als ein Viertel der Sanierungsmaßnahmen im Wohnungsbau waren 2014 energetisch bedingt. Als ein Grund für den Rückgang werden zurückgehende Maßnahmen an der Gebäudehülle genannt. Angesichts sinkender Energiepreise lassen sich Investitionen in die energetische Sanierung demnach weniger schnell amortisieren.

Während beim Wohnungsbau die Vollmodernisierungen eine untergeordnete Rolle spielten, hatten im Nichtwohnbereich die umfassenden Sanierungen in 2014 mit fast 28 Prozent einen deutlich höheren Anteil zu verzeichnen. 30 Prozent aller Bestandsmaßnahmen waren zudem energetisch bedingt. Der öffentliche Bau spielt dabei eine herausragende Rolle. Vergleichsweise gering war hingegen der Anteil, der auf die energetische Sanierung von Industriegebäuden entfiel.

Der Bericht stützt sich auf Berechnungen zum Bauvolumen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie eigene Erhebungen. Als Vollmodernisierung werden alle Bestandsmaßnahmen behandelt, bei denen mindestens zehn Produktbereiche betroffen sind; alle Maßnahmen mit weniger als zehn Produktbereichen gelten als Teilmodernisierung.

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsbau, Investment, Bauwirtschaft

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