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Wohnportfolio-Markt: Knapp 80 Prozent weniger Transaktionen

Wohnungsmarkt: Große Deals haben seit Januar 2016 nicht stattgefunden.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Auf dem Transaktionsmarkt für Wohnportfolios wurden nach Analyse des Immobilienberaters NAI Apollo im ersten Quartal 2016 rund 2,2 Milliarden Euro umgesetzt. Mit diesem Ergebnis wird der Vorjahreswert um 79,6 Prozent unterschritten (Q1 2015: 10,8 Milliarden Euro). Für das Gesamtjahr wird ein Transaktionsvolumen zwischen zehn und 15 Milliarden Euro erwartet.

„Mit dem ruhigen Jahresauftakt 2016 deutet sich ein Jahr mit weniger Fusionen und Übernahmen an, obwohl einzelne Übernahmeoptionen weiterhin bestehen“, sagt Dr. Konrad Kanzler, Leiter Marktforschung bei der NAI Apollo Group.

Die Zahl der gehandelten Wohnungen liegt mit rund 23.000 Einheiten im ersten Quartal 2016 um 87,1 Prozent unter dem letztjährigen Wert (Q1 2015: 178.700).

Großdeals blieben bisher aus

Im Gegensatz zum Vorjahr hat es in den vergangenen drei Monaten keinen Großdeal mit einem Wert über 500 Millionen Euro gegeben (Q1 2015: acht Milliarden Euro).

Das Umsatzvolumen (2,2 Milliarden Euro) in den nachfolgenden Größenklassen liegt in Summe 21,3 Prozent unter dem Vorjahreswert (Q1 2015: 25,9 Prozent/2,8 Milliarden Euro). Den größten Anteil mit 41,6 Prozent beziehungsweise 0,9 Milliarden Euro erzielt die Größenklasse von 25 bis 50 Millionen Euro, die damit am deutlichsten zulegte (Q1 2015: 3,3 Prozent/0,4 Milliarden Euro).

Offene Immobilienfonds/Spezialfonds stärkste Käufergruppe

Hinsichtlich der Investmenttypen sind die offenen Immobilienfonds/Spezialfonds mit einem Anteil von 20 Prozent (0,4 Milliarden Euro) die stärkste Käufergruppe vor den Immobilienaktiengesellschaften/REITs mit 14,9 Prozent sowie der öffentlichen Verwaltung/Kommunen und den Immobiliengesellschaften mit jeweils 14,7 Prozent.

Die vor allem von den Immobilienaktiengesellschaften/REITs im vergangenen Jahr getätigten Übernahmen und Großdeals sind in diesem Quartal nicht vorhanden, sodass diese vom ersten auf den zweiten Platz zurückgefallen sind (Q1 2015: 78,8 Prozent).

Größte Verkäufergruppe: Projektentwickler und Bauträger

Größte Verkäufergruppe sind die Projektentwickler/Bauträger mit einem Anteil von 26,2 Prozent (0,6 Milliarden Euro) am Verkaufsvolumen, vor den Asset Managern/Fondsmanagern mit 20,5 Prozent.

Anteil deutscher Investoren sinkt auf 67,9 Prozent

Obwohl das höchste Transaktionsvolumen im ersten Quartal 2016 mit 1,5 Milliarden Euro weiterhin von deutschen Käufern umgesetzt wurde, macht sich auch hier das Fehlen von Großdeals bemerkbar. So ist der Anteil deutscher Investoren am Transaktionsvolumen zuletzt auf 67,9 Prozent gesunken (Q1 2015: 89,1 Prozent/9,6 Milliarden Euro). Die Bedeutung internationaler Käufer ist dagegen mit 32,1 Prozent beziehungsweise 0,7 Milliarden Euro wieder angestiegen.

Beliebtestes Investmentziel bleiben die deutschen Metropolen, allen voran Berlin mit einem Anteil von 18,7 Prozent der gesamten Transaktionen (nach Anzahl). Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der Anteil der Bundeshauptstadt jedoch leicht zurückgegangen (Q1 2015: 22 Prozent).

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