01.10.2013 | ImmobilienScout24

Freiburger geben bundesweit am meisten für Wohnen aus

Mit 28,1 Prozent Wohnkostenanteil steht Freiburg auf Platz 1 in Deutschland
Bild: Michael Bamberger

Wohnpreise unterscheiden sich regional deutlich. Ebenso der Anteil am Einkommen, der für das Wohnen ausgegeben wird. ImmobilienScout24 hat mit dem Erschwinglichkeitsindex EIMX das Verhältnis von Kaufkraft und Miete analysiert. Spitzenreiter beim Wohnkostenanteil ist Freiburg im Breisgau.

Mit 28,1 Prozent Wohnkostenanteil steht die Universitätsstadt Freiburg auf Platz 1. Auch München liegt weit vorn. Bewohner der Bayern-Metropole müssen im Durchschnitt 25,5 Prozent des verfügbaren Einkommens für die Wohnkosten aufbringen.

In Heidelberg fließt ebenfalls knapp ein Viertel (24,7 Prozent) des Geldbeutels in die Miete oder das Wohneigentum. Die deutsche Hauptstadt befindet sich mit 21,1 Prozent an zehnter Stelle. Das "Schlusslicht" im positiven Sinne ist der Kreis Osterode im Harz. Hier müssen nur rund zehn Prozent der zur Verfügung stehenden Einkünfte für die Wohnkosten ausgegeben werden.

Deutliches Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle

Darüber hinaus bildet der EIMX ein deutliches Süd-Nord- und West-Ost-Gefälle des anfallenden Wohnkostenanteils ab.

Während im süddeutschen Raum der Wohnkostenanteil durchschnittlich bei 18 bis 28 Prozent liegt, rangiert der Norden Deutschlands mit Ausnahme der Region Hamburg durchschnittlich bei neun bis 15 Prozent. Im Westen des Bundesgebiets (ohne Frankfurt am Main) muss die Bevölkerung im Schnitt zwölf bis 20 Prozent des Einkommens für die reinen Wohnkosten aufbringen. Im Osten im Schnitt nur neun bis 17 Prozent (ohne Berlin und Jena).

Stadt versus Land: In Metropolen ist der Wohnkostenanteil am stärksten gestiegen

Vor allem junge Menschen zieht es in die Großstädte. Die Gründe reichen von der Nähe zum Arbeitsplatz bis hin zu vielseitigen Freizeitmöglichkeiten. Gleichzeitig kommt es vor allem in ländlichen Regionen Deutschlands zu einem Bevölkerungsrückgang und schrumpfenden Ortschaften.

Fazit ist, dass aufgrund der hohen Nachfrage der Wohnraum insbesondere in den zentralen Lagen der Metropolen knapp und damit teurer wird. Das schlägt sich auch in den Steigerungsraten in Bezug auf den Wohnkostenanteil nieder.

Wirft man einen Blick auf die höchsten Steigerungsraten, so sind unter den Top 10 nur Groß- und Universitätsstädte vertreten. In München hat der Anteil des Haushaltseinkommens, den Einwohner für Wohnraum aufbringen müssen, seit dem Jahr 2007 mit knapp fünf Prozent am stärksten zugenommen, gefolgt von Ingolstadt mit 4,6 Prozent und Regensburg mit 4,1 Prozent. Die Verknappung und Verteuerung des Wohnraums in Berlin wird an der Steigerungsrate von vier Prozent deutlich.

Wohnungsmärkte in einigen peripheren Regionen Ostdeutschlands verzeichnen hingegen eine Abnahme des Einkommensanteils an den Wohnkosten. In Kreisen wie dem Altenburger Land (Thüringen) oder Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern) ging der Wohnkostenanteil in den vergangenen Jahren um 4,4 beziehungsweise 3,5 Prozent zurück. In diesen Regionen ist der Immobilienmarkt durch einen Überhang an Wohnungen und Häusern gekennzeichnet, so dass die Immobilienpreise stagnieren oder sogar fallen.

Unterschiedliche Entwicklungen in Nachbarstädten

Der Erschwinglichkeitsindex EIMX verdeutlicht auch, wie unterschiedlich die Entwicklungen in Nachbarstädten sein können. Während die Erschwinglichkeitskosten für Wohnraum in Wuppertal seit dem Jahr 2007 um durchschnittlich 0,7 Prozentpunkte gefallen sind, hat der Anteil der Wohnkosten am Einkommen im nur 25 Kilometer entfernten Düsseldorf um 3,7 Prozent zugenommen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnkosten

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