Wenn Wohnungen den Besitzer wechseln, dann zunehmend aus kleineren Beständen. Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der schon in den vergangenen Jahren zu beobachtende Trend setzt sich fort: Es werden kaum noch Wohnungen aus großen Beständen verkauft. In den ersten sechs Monaten kam es einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) lediglich zu 13 Verkäufen, bei denen 26.600 Wohnungen gehandelt wurden. Der Handel mit kleineren Beständen gewinnt dagegen an Bedeutung.

In der ersten Jahreshälfte 2017 wechselten laut BBSR lediglich ein Portfolio mit mehr als 5.000 Einheiten und drei Portfolios mit einer Größe von 2.000 bis 5.000 Einheiten den Eigentümer. Bestände mit mehr als 10.000 Wohnungen wurden überhaupt nicht gehandelt. Die Transaktionen in der Größenordnung 100 bis 800 Wohnungen nahmen dagegen nochmals zu: In den ersten sechs Monaten wurden bei 44 Verkäufen insgesamt 12.500 Wohnungen veräußert.

Bereits im vergangenen Jahr war der Verkauf von Wohnungen aus großen Beständen deutlich rückläufig: Der Wert sank auf unter 100.000 Einheiten, während in den drei Jahren zuvor jeweils mehr als 300.000 Wohnungen verkauft worden waren. Grund ist das knappe Angebot, dem die große Nachfrage vor allem von börsennotierten Unternehmen gegenübersteht.

Große Wohnungskonzerne beherrschen den Markt

Auch in der ersten Jahreshälfte 2017 beherrschten die großen Wohnungskonzerne den Markt - die Vonovia SE, die Deutsche Wohnen AG, die LEG Immobilien AG und die TAG Immobilien AG. Bei den deutschen Privatakteuren war die ZBI AG besonders aktiv. Sie erwarb mehrere Portfolios mit insgesamt über 5.000 Wohneinheiten.

Im Gegenzug ist die Bedeutung kleinerer Transaktionen (zwischen 800 bis 2.000 Wohnungen) deutlich angestiegen. Ihr Anteil am Marktvolumen lag 2016 bei 31 Prozent – das ist der zweithöchste Wert in der BBSR-Datenbank seit Beobachtungsbeginn 1999.

BBSR erwartet für zweite Jahreshälfte ein ähnliches Bild

Für die zweite Jahreshälfte 2017 erwartet die BBSR ein ähnliches Bild wie in den ersten sechs Monaten.

„Investoren suchen nach Anlagemöglichkeiten, finden aber nur ein geringes Angebot an Wohnungsportfolios vor. In der Folge handeln die Akteure am deutschen Transaktionsmarkt vornehmlich kleinere und mittlere Portfolios. Großtransaktionen und weitere Unternehmensübernahmen sind derzeit nicht in Sicht.“ BBSR-Immobilienmarktexperte Jonathan Franke

 

Schlagworte zum Thema:  Wohnungsmarkt, Verkauf, Investment

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