| Dr. Lübke & Kelber/Savills

Wohninvestments: Immobilien-AGs für 73 Prozent des Umsatzes verantwortlich

Wohnungen: Vor allem deutsche Immobiliengesellschaften kauften 2015 groß ein
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Transaktionsvolumen auf dem deutschen Wohninvestmentmarkt hat einer Studie von Dr. Lübke & Kelber zufolge 2015 den Rekord von 2005 mit 23,5 Milliarden Euro um rund sechs Milliarden Euro übertroffen. Den größten Umsatzanteil haben Immobilien-AGs mit 73 Prozent. Savills beziffert das Gesamttransaktionsvolumen auf knapp 22,5 Milliarden Euro und prognostiziert für 2016 weitere Zukäufe durch Immobiliengesellschaften.

Im Gesamtjahr 2015 zählte Dr. Lübke & Kelber Research 470 Transaktionen mit rund 361.900 Wohneinheiten. Auf das vierte Quartal 2015 entfielen 102 Transaktionen mit rund 51.400 Wohneinheiten und einem Gesamtvolumen von 4,5 Milliarden Euro, davon 15 Großdeals mit 3.000 und mehr Wohneinheiten.

Deutsche Investoren und Immobilien-AGs dominieren

Das Investitionsvolumen deutscher Investoren lag Dr. Lübke & Kelber zufolge bei rund 21 Milliarden Euro, welche damit einen Anteil von 90 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachten. Entsprechend gering fiel daher der Anteil internationaler Investoren mit zehn Prozent oder rund 2,4 Milliarden Euro aus.

Der größte Umsatzanteil mit 73 Prozent (17,2 Milliarden Euro) entfiel laut dieser Studie auf Immobilien-Aktiengesellschaften. Privatinvestoren und Family Offices haben als Käufergruppe mit einem Umsatzvolumen von rund 500 Millionen Euro einen Anteil von zwei Prozent am Gesamtvolumen.

B-Städte weiter im Fokus

Aufgrund der oftmals günstigeren Risiko-Rendite-Potenziale befanden sich 73 Prozent der 2015 gehandelten Wohneinheiten in B-Städten. Der Anteil der Top-6 Städte (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf), betrug 27 Prozent. Durch die höheren Preise lag deren Umsatzanteil jedoch überproportional bei 32 Prozent.

Im Durchschnitt wurden für eine verkaufte Wohneinheit 2015 rund 65.000 Euro erzielt. Das sind rund 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Quadratmeterpreis liegt gemäß der Studie von Dr. Lübke & Kelber mit etwa 1.000 Euro rund 14 Prozent höher als im Jahr 2014.

Savills: Wohnimmobilien-AGs dominieren auch 2016 die Käuferseite

Savills zufolge wechselten 255 Wohnungspakete den Eigentümer (2014: 254), wobei lediglich 24 dieser Transaktionen 1.000 oder mehr Wohneinheiten umfassten (2014: 40). Die Zahl der gehandelten Einheiten summierte sich auf 319.500, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 33 Prozent entspricht.

Während im vergangenen Jahr immer noch 29 Prozent aller gehandelten Einheiten auf die Top-7-Standorte entfielen, davon wiederum knapp zwei Drittel auf Berlin, zählten 2015 auch kleinere Städte, etwa Dresden, Leipzig und Hannover zu den Investorenzielen. 

Etwa 90 Prozent des gesamten im Jahr 2015 erzielten Transaktionsvolumens ist Käufern aus Deutschland zuzurechnen. Gemäß Savills spielten ausländische Akteure mit einem Anteil von 58 Prozent am Transaktionsvolumen auf der Verkäuferseite eine weit bedeutendere Rolle, wobei hier vor allem Investoren aus Nordamerika auftraten (41 Prozent).

Im Hinblick auf die Investorentypen dominierten auch nach Savills-Studie die börsennotierten Wohnungsgesellschaften sowohl auf Käufer- (15,2 Milliarden Euro) als auch auf Verkäuferseite (10,9 Milliarden). Savills geht davon aus, dass die Wohnimmobilien-AGs auf Wachstumskurs bleiben und auf der Käuferseite deshalb weiterhin die führende Rolle einnehmen werden, und dass die Marke von zehn Milliarden Euro auch im laufenden Jahr überschritten wird.

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Immobilien, Immobiliengesellschaft

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