18.10.2013 | BNPPRE

Wohninvestments gehen um vier Prozent zurück

Zu den wichtigsten Deals gehörte der Verkauf der GBW-Wohnungen, darunter dieses Objekt in Obersendling
Bild: GBW Gruppe

Wohninvestments bleiben begehrt: Das Transaktionsvolumen für größere Bestände beläuft sich Ende des dritten Quartals auf knapp 8,3 Milliarden Euro. Damit wurde das gute Vorjahresergebnis jedoch um vier Prozent unterschritten, wie eine Analyse von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) ergibt.

Da aber nach Angaben von BNPPRE noch einige größere Portfoliotransaktionen vorbereitet werden, wird dem 10 Milliarden Euro-Schwelle den Analysten zufolge zum Jahresende vermutlich überschritten. Auch ein Umsatz auf Vorjahresniveau (rund 11 Mrd. €) sei nicht auszuschließen, heißt es in der Mitteilung.

Berücksichtigt wurden in der Analyse 176 Transaktionen mit knapp 135.000 Wohneinheiten. Der durchschnittliche Umsatz pro Verkaufsfall verringerte sich weiter und liegt aktuell bei rund 47 Millionen Euro. Zu den wichtigsten Deals gehörten der Verkauf von mehr als 29.000 Wohnungen der GBW für mehr als zwei Milliarden Euro sowie die Veräußerung von etwa 6.900 Wohnungen von Blackstone an die Deutsche Wohnen AG für rund 370 Millionen Euro.

Projektentwicklungen weiter auf dem Vormarsch

Nach wie vor dominieren auf mehrere Standorte verteilte Bestandsportfolios das Geschehen und kommen auf einen Anteil von knapp 81 Prozent am Transaktionsvolumen. Weiter auf dem Vormarsch sind Projektentwicklungen, die ihren Anteil im Laufe des Jahres auf zehn Prozent ausbauen konnten und damit den zweiten Platz belegen. Ältere Bestandsobjekte (Block Sales) nehmen mit rund acht Prozent Rang drei ein. Moderne Bestandsobjekte (<10 Jahre) sowie Sonderwohnformen (z. B. Studentenwohnen) sind dagegen nur unwesentlich am Gesamtumsatz beteiligt.

Zwar entfällt der größte Anteil des Umsatzes (61 %) nach wie vor auf Großdeals über 100 Millionen Euro, im Vergleich zu den Vorquartalen hat sich ihre Dominanz aber verringert. Demgegenüber konnten mittelgroße Verkäufe zwischen 25 und 50 Millionen Euro (knapp 14 %) und von 50 bis 100 Millionen Euro (11,5 %) ihre relativen Anteile am Gesamtergebnis ausbauen. Kleinere Transaktionen bis zu zehn Millionen Euro haben an Bedeutung eingebüßt und tragen rund vier Prozent zum Transaktionsvolumen bei. Trotzdem spielen sich knapp 39 Prozent aller Deals in diesem Marktsegment ab.

Breite Streuung der Investoren – stabile Kaufpreisniveaus

Das große Interesse unterschiedlicher Anlegergruppen wird auch durch die breite Streuung der am Ergebnis beteiligten Investoren unterstrichen. Mit einem Anteil von rund 24 Prozent liegen Immobilien AGs in Führung, gefolgt von Pensionskassen (knapp 17 %) und Spezialfonds mit knapp 14 Prozent. Aber auch Equity/Real Estate Funds und Immobilienunternehmen mit jeweils knapp zehn Prozent waren umfangreich am Marktgeschehen beteiligt. Gleiches gilt für Versicherungen mit neun Prozent sowie private Anleger, die ebenfalls noch acht Prozent zum Ergebnis beigetragen haben.

Mit einem Anteil von knapp 84 Prozent am Transaktionsvolumen haben deutsche Investoren ihre Führungsposition im bisherigen Jahresverlauf eindrucksvoll bestätigt. Ihre Bedeutung für Wohninvestments ist damit spürbar größer als beispielsweise im gewerblichen Investmentmarkt. Den zweiten Platz belegen europäische Investoren; ihr Anteil am Umsatz beläuft sich auf 12,5 Prozent. Deutlich weniger als in den letzten Jahren haben dagegen nordamerikanische Anleger beigetragen. Sie kommen bislang lediglich auf knapp drei Prozent des Ergebnisses. Investoren aus anderen Regionen spielen bislang keine entscheidende Rolle.

Die Kaufpreisniveaus sind im dritten Quartal 2013 überwiegend stabil geblieben. Im mit Abstand wichtigsten Marktsegment der Bestandsportfolios bewegen sich die Preise in der Regel weiter zwischen 700 und 850 Euro pro Quadratmeter. Für ältere Bestandsobjekte (Block Sales) sind zwischen 1.000 und 1.300 Euro pro Quadratmeter anzusetzen. Moderne Bestandswohnungen (<10 Jahre) werden überwiegend im Bereich von 1.900 bis 2.100 Euro pro Quadratmeter gehandelt. Mit Abstand am teuersten sind erwartungsgemäß Projektentwicklungen, die sich üblicherweise zwischen 3.000 und 3.500Euro pro Quadratmeter bewegen.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnimmobilien, Immobilieninvestition

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