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Wohninvestment-Index steigt in einfachen Wohnlagen um 7,8 Punkte

Rot (allgemein), hellblau (einfache Wohnlage), grün (mittlere Wohnlage), dunkelblau (gute Wohnlage)
Bild: Aengevelt-Research

Der Wohninvestment-Index AWI von Aengevelt steigt in der Herbstbefragung nach vier Rückgängen um 4,1 Punkte auf 70,8 Punkte (Frühjahr: 66,7 Punkte). In guten Lagen erreicht der AWI 70,4 Punkte, nach 69 Punkten im Frühjahr. In mittleren Wohnlagen stieg er um 2,2 Punkte auf 73,2 Punkte. Den mit Abstand höchsten Anstieg verzeichnen die einfachen Lagen: Hier erhöhte sich der AWI um 7,8 Punkte auf 67,5 Punkte.

In diesem Ergebnis spiegelt sich das von Aengevelt-Research analysierte zu geringe Angebot an miet- und kaufpreisgünstigen Wohnungen - vor allem in Groß- und Mittelstädten.

"Zumal der Wohnungsneubau an vielen Standorten bislang vorrangig in den mittel- bis hochpreisigen Miet- und Kaufpreissegmenten erfolgt", so Michael Fenderl, Leiter Aengevelt-Research. Die Flüchtlingszuwanderung sei aber nicht Auslöser, sie verschärfte aber die Mangelsituation.

Mietwohnungsmarkt

Nachdem in guten und mittleren Lagen eine Mehrheit der Befragten immer noch ein Mieterhöhungspotential sieht, wird dies aufgrund der zu erwartenden Zunahme der Nachfrage nun auch in einfachen Lagen gesehen.

55 Prozent der Befragungsteilnehmer rechnen mit weiter steigenden Mieten. Auch hier ist in den einfachen Lagen der Anteil überdurchschnittlich von 34 Prozent im Frühjahr 2015 auf aktuell 50 Prozent gestiegen. In mittleren Lagen hat sich der Anteil von 57 Prozent auf 61 Prozent erhöht, in guten Lagen ist er mit 53 Prozent konstant geblieben.

Wohninvestments: Weiterhin hohe Nachfrage

Beim AII (Aengevelt-Investmentindex-Index) steigt seit Frühjahr 2015 der Wert wieder und erreicht aktuell mit 70,5 Punkten den höchsten Wert seit Herbst 2012 (70,9 Punkte).

In guten Lagen stieg der AII um 2,4 Punkte auf aktuell 72,9 Punkte (Frühjahr 2015: 70,5 Punkte, Herbst 2014: 66,2 Punkte). In mittleren Lagen zog der Wert um 1,5 Punkte auf 73,3 Punkte an (Frühjahr 2015: 71,8 Punkte). In einfachen Lagen fiel der Anstieg mit 6,7 Punkten überdurchschnittlich aus und stellt sich aktuell auf 65,4 Punkte (Frühjahr 2015: 58,7 Punkte, Herbst 2014: 56,5 Punkte). Somit ist auch in einfachen Lagen ein Marktungleichgewicht zu Gunsten der Verkäufer zu beobachten.

Grundsätzlich bleibt die Nachfrage nach Wohninvestments hoch: 52 Prozent der Befragungsteilnehmer rechnen mit einer steigenden Nachfrage (Frühjahr 2015: 45 Prozent). Auch hier ist der Anstieg in einfachen Lagen von 33 Prozent auf 47 Prozent bedeutend. 38 Prozent gehen von einer stabilen Nachfrage aus (Frühjahr 2015: 42 Prozent). Lediglich sechs Prozent erwarten ein leichtes Nachlassen der Nachfrage (Frühjahr 2015: zehn Prozent).

Entsprechend erwartet mit 54 Prozent die Mehrheit weiterhin steigende Preise für Wohninvestments (Frühjahr 2015: 47 Prozent), 35 Prozent rechnen mit einer Preisstabilisierung (Frühjahr 2015: 40 Prozent). Lediglich sechs Prozent erwarten sinkende Preise (Frühjahr 2015: sieben Prozent).

Fazit

Der Wohninvestmentmarkt steht aus Sicht der Investoren und Vermieter gut da. Das trifft auf alle Lagen zu. Es besteht ein Marktungleichgewicht zu Gunsten der Vermieter und Eigentümer. Der aktuelle Anstieg des AWI nach vier rückläufigen Quartalen zeigt noch keine Trendumkehr an. Dennoch ist er ein Indiz dafür, dass die Zeiten überdurchschnittlicher Preissteigerungen doch noch nicht vorbei sind.

Verstärkt wird die Situation durch eine weiter steigende Nachfrage in den Wachstumskernen und wirtschaftlich starken Groß- und Mittelstädten durch arbeitsplatzorientierte und Flüchtlingszuwanderung. Dadurch kommt es zu einer weiteren Verknappung insbesondere von miet- und kaufpreisgünstigen Wohnungen.

Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Investment

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