Die Preise für Bestandshäuser sind im April am deutlichsten gestiegen Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Im April 2018 haben die Preise für Wohnimmobilien erstmals seit einem halben Jahr wieder in allen Teilsegmenten des Europace Hauspreis-Index (EPX) angezogen. Am stärksten verteuerten sich Bestandshäuser mit einem Plus von 2,64 Prozent. Die Indizes für Neubauhäuser und Wohnungen nahmen vergleichsweise moderat um 0,7 beziehungsweise 1,27 Prozent zu. Die Zahl der Baugenehmigungen lag dem Statistischen Bundesamt zufolge im ersten Quartal 2018 um 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert.

"Die Preisentwicklung bei Wohnimmobilien hatte sich in den vergangenen Monaten verlangsamt", so Stefan Kennerknecht, Vorstand der Europace AG. Nun gehe die Schere zwischen Angebot und Nachfrage vielerorts wieder auf, was naturgemäß zu weiter steigenden Preisen führe. Im März hatten sich die Preise im EPX für Bestandshäuser nur um ein Prozent verteuert. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) rechnet damit, dass sich die Preisdynamik bundesweit weiter spürbar abschwächen wird.

Sorgen macht sich Kennerknecht um die rückläufigen Baugenehmigungszahlen. Zwar hat nach aktuellen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Baugenehmigungen für Geschosswohnungen im ersten Quartal 2018 noch einmal um 4,7 Prozent zugenommen, für Ein- und Zweifamilienhäuser ging sie jedoch um zwei beziehungsweise 2,7 Prozent zurück. Im April hatte das Amt bei Zweifamilienhäusern ein deutliches Plus von 8,7 Prozent registriert. "Wir können nur  immer wieder an die Bundes- und Lokalpolitik appellieren, die Rahmenbedingungen für mehr Wohnungsbau zu verbessern", mahnt Kennerknecht an. Das Baukindergeld, das rückwirkend zum 1. Januar kommen soll, löse allerdings keine Probleme.

BFW: "Immobilienbranche benötigt Planungssicherheit"

"Die sinkenden Baugenehmigungszahlen des ersten Quartals zeugen von den Versäumnissen der Politik aus den vergangenen Jahren", kommentiert auch BFW-Präsident Andreas Ibel die neuen Baugenehmigungszahlen. Die politischen Rahmenbedingungen haben sich laut 60 Prozent der BFW-Mitgliedsunternehmen 2017 weiter verschlechtert.

"Die Immobilienbranche benötigt Planungssicherheit, um Investitionen in den Neubau vornehmen zu können", so Ibel: "Das geht nur, wenn die Vorschriften an die Immobilienwirtschaft von Bund, Ländern und Kommunen nicht permanent verschärft werden." Als größte Investitionshürden für den Wohnungsneubau sieht Ibel die administrativen und bauordnungsrechtlichen Hindernisse sowie den Mangel an Baugrundstücken und Fachkräften. Ein Verbändebündnis Wohnungsbau fordert vom Staat eine bessere Zusammenarbeit und schnelleres Handeln.

Entwicklung der EPX-Preisindizes

Gesamtindex: steigend

MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
April 2018146,27  1,48 Prozent6,35 Prozent
März 2018144,14  0,67 Prozent5,93 Prozent
Februar 2018143,18  0,48 Prozent4,90 Prozent

Quelle: Europace

Eigentumswohnungen: steigend

MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
April 2018

146,96  

1,27 Prozent4,98 Prozent
März 2018145,11  1,12 Prozent5,82 Prozent
Februar 2018143,50  minus 0,32 Prozent4,43 Prozent

Quelle: Europace

Neue Ein- und Zweifamilienhäuser: leicht steigend

MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
April 2018157,29  0,70 Prozent6,21 Prozent
März 2018156,20  minus 0,22 Prozent5,92 Prozent
Februar 2018156,54  1,00 Prozent5,89 Prozent

Quelle: Europace

Bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser: deutlich steigend

MonatIndexwertVeränderung zum VormonatVeränderung zum Vorjahresmonat
April 2018134,56  2,64 Prozent8,07 Prozent
März 2018131,10  1,23 Prozent6,06 Prozent
Februar 2018129,51  0,76 Prozent4,25 Prozent

Quelle: Europace

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Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Immobilienpreis, Hauspreis, Hauspreisindex

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