20.05.2016 | Postbank

Wohneigentum: Akademikerzuzug sorgt für deutlich steigende Preise

Trendstadt Nürnberg: Hier werden bis 2030 Preissteigerungen bis zu 70 Prozent erwartet
Bild: Günther Dotzler ⁄

Der Anteil an beruflich hochqualifizierten Einwohnern einer Stadt hat starken Einfluss auf das Preisniveau für Wohneigentum. Das zeigt eine Studie der Postbank. Die höchsten Wertsteigerungen durch den Zuzug von Akademikern werden demnach in Nürnberg, Mannheim und Düsseldorf erwartet. Hier wird sich der Preis für 100 Quadratmeter Wohneigentum bis 2030 voraussichtlich um bis zu 70 Prozent verteuern.

Mehr als fünfzigprozentige Wertsteigerungen durch den Zuzug von Akademikern seien auch in Augsburg, Stuttgart, Münster und Bielefeld zu erwarten, so die Studienautoren des "Wohnatlas 2016 - Leben in der Stadt", für den die Immobilienmärkte in den 36 größten deutschen Städten untersucht wurden.

Ein Anstieg der Akademikergehälter um zehn Prozent führt demnach im Schnitt zu einem Anstieg der Wohnungspreise um sechs Prozent.

"Die Einkommen hochqualifizierter Stadtbewohner steigen deutlich schneller als die Durchschnittseinkommen", so Georg Hoogendijk, Geschäftsführer der Postbank Immobilien GmbH. Wo sich in den nächsten Jahren vermehrt Hochqualifizierte niederlassen, ist also mit Wertsteigerungen für Immobilien zu rechnen.

Einkommenssteigerungen führen zu Preiserhöhungen

Die stärksten Akademikerzuwächse werden bis 2030 in Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Karlsruhe erwartet. Diese Städte stehen jedoch nicht alle an der Spitze, wenn es um solche Wertsteigerungen geht.

Während sich die Gehälter der Hochqualifizierten in Nürnberg, Mannheim und Düsseldorf bis 2030 voraussichtlich mehr als verdoppeln, steigen sie in Stuttgart, Frankfurt am Main und Karlsruhe "nur" um 90, 85 beziehungsweise 72 Prozent an. Dadurch fallen hier die prognostizierten Preissteigerungen geringer aus.

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Auch in Akademikerhochburgen ist noch Luft nach oben

Weitere Trendstädte mit hohem Wertsteigerungspotenzial sind Bielefeld und Bremen. Hier sind 100 Quadratmeter große Eigentumswohnungen derzeit noch für 117.000 bis 130.000 Euro zu haben. Da sich bis 2030 voraussichtlich viele Hochqualifizierte in diesen Städten niederlassen werden, sind Preissteigerungen von 50 Prozent und mehr zu erwarten.

Selbst in Städten, die bereits jetzt die höchsten Akademikeranteile aufweisen, wird es der Studie zufolge weiteren Zuzug und damit verbundene Wertsteigerungen geben.

In Stuttgart, wo drei von zehn Einwohnern einen Hochschulabschluss haben, sind Preissteigerungen von 54 Prozent zu erwarten. In München mit fast einem Drittel Hochqualifizierten sind noch 32 Prozent drin.

Einfluss der Einkommensentwicklung auf die Immobilienpreise bis 2030

Die prognostizierte Preissteigerung für Wohneigentum bis 2030, bedingt durch die Akademikerentwicklung:

  1. Nürnberg 69,71 Prozent
  2. Mannheim 64,70 Prozent
  3. Düsseldorf 61,04 Prozent
  4. Augsburg 55,08 Prozent
  5. Stuttgart 54,23 Prozent
  6. Münster 53,87 Prozent
  7. Bielefeld 52,20 Prozent
  8. Frankfurt am Main 50,94 Prozent
  9. Berlin 50,22 Prozent
  10. Hannover 50,21 Prozent
  11. Bremen 49,74 Prozent
  12. Essen 49,74 Prozent
  13. Potsdam 48,41 Prozent
  14. Dortmund 47,46 Prozent
  15. Hamburg 46,81 Prozent
  16. Aachen 45,51 Prozent
  17. Braunschweig 44,95 Prozent
  18. Mainz 44,37 Prozent
  19. Duisburg 43,47 Prozent
  20. Kiel 43,41 Prozent
  21. Bochum 43,23 Prozent
  22. Karlsruhe 43,17 Prozent
  23. Köln 42,46 Prozent
  24. Bonn 42,23 Prozent
  25. Wiesbaden 37,12 Prozent
  26. Leipzig 36,67 Prozent
  27. Mönchengladbach 36,48 Prozent
  28. Dresden 32,73 Prozent
  29. Saarbrücken 32,18 Prozent
  30. München 32,03 Prozent
  31. Wuppertal 31,16 Prozent
  32. Rostock 27,33 Prozent
  33. Halle 23,16 Prozent
  34. Erfurt 20,46 Prozent
  35. Gelsenkirchen 19,15 Prozent
  36. Chemnitz 14,24 Prozent

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Schlagworte zum Thema:  Wohnimmobilien, Immobilienkauf, Studie

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