21.04.2016 | Postbank: Wohnatlas 2016

Wohneigentum: 100 Quadratmeter kosten in München 15 Jahreseinkommen

Die Münchner Käufer von Wohneigentum müssen laut Postbank am tiefsten in die Tasche greifen.
Bild: elke hartmann ⁄

In neun von zehn deutschen Großstädten steigen die Wohnungspreise deutlich schneller als die Einkommen. Teuerste Stadt ist München: Hier müssen Interessenten für eine 100-Quadratmeter-Wohnung mehr als 15 durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen auf den Tisch legen. Im Jahr 2010 genügten noch neun. Das ist ein Ergebnis der Postbank Studie "Wohnatlas 2016". Untersucht wurden die 36 größten Städte.

Auch in Hamburg und Mainz sind die Kaufpreise den Einkommen so weit vorausgeeilt, dass heute über drei Jahreseinkommen zusätzlich aufgebracht werden müssen im Vergleich zu vor fünf Jahren, in Berlin und Kiel sind es jeweils zweieinhalb Jahreseinkommen mehr.

Die Preisunterschiede bei Eigentumswohnungen in Deutschlands Großstädten hängen eng mit den örtlichen Einkommensniveaus zusammen. Der Städtevergleich der Postbank zeigt: Wo das verfügbare Pro-Kopf-Jahreseinkommen durchschnittlich 1.000 Euro höher ist als in einer anderen Stadt, kostet der Quadratmeter Wohneigentum rund 200 Euro mehr. Das verfügbare Pro-Kopf-Jahreseinkommen ergibt sich aus der Summe verfügbarer Nettoeinkommen der privaten Haushalte einer Stadt, dividiert durch ihre Bevölkerungszahl.

100 Quadratmeter kosten Großstädter im Schnitt 7,5 Jahreseinkommen

Über alle Städte hinweg ergibt sich folgendes Verhältnis: Wer sich eine Eigentumswohnung mit etwa 100 Quadratmetern Wohnfläche kaufen möchte, muss im Schnitt siebeneinhalb regionale Pro-Kopf-Jahreseinkommen dafür bezahlen.

Überdurchschnittlich teuer ist nicht nur München: Auch in Stuttgart (11,1), Hamburg (10) und Berlin (9,8) müssen in Relation zu den Einkommen überdurchschnittlich hohe Kaufpreise gezahlt werden.

In Chemnitz dagegen reichen für den Wohnungskauf weniger als vier durchschnittliche Jahreseinkommen, in Gelsenkirchen sind Wohnungen nur geringfügig teurer (4,3 Jahreseinkommen).

Immobilienboom seit der Eurokrise

Nachdem die Kaufpreise der Studie zufolge zwischen den Jahren 2000 und 2005 in Relation zu den Einkommen in der Regel deutlich gefallen sind, haben sie sich bis 2010 parallel zur Arbeitsmarktsituation stabilisiert.

Mit Beginn der Eurokrise und der daraus resultierenden Niedrigzinsphase seien die Preise für Wohnimmobilien in neun von zehn Städten dann deutlich angestiegen.

Postbank: Kein Preisverfall in Sicht

Die Postbank-Experten gehen davon aus, dass die Preise in nächster Zeit nicht fallen werden. Eher deuten Untersuchungen darauf hin, dass die Preise für Eigentumswohnungen aufgrund der erhöhten Nachfrage in vielen Städten weiter steigen, die Einkommen aber nur langsam nachziehen werden.

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