DGNB-zertifiziert: Das Luxushochhaus "Upper West" in Berlin Bild: Strabag Real Estate ⁄

Der Anteil an zertifizierten Büroimmobilien in den sieben größten deutschen Städten hat im ersten Halbjahr 2017 gegenüber dem Vorjahr noch einmal zugenommen – von sieben Prozent Mitte 2016 auf aktuell 7,4 Prozent. Nutzer aus der Branche „Neue Medien“ arbeiten besonders gerne in zertifizierten Gebäuden. Insgesamt waren laut JLL rund 6,8 Millionen Quadratmeter Büroflächen zertifiziert, etwa 500.000 Quadratmeter mehr als Ende Juni 2016.

Mit dem Cesar – Certification and Sustainability Radar untersucht JLL den Büroflächenbestand in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart (keine in Planung oder Bau befindlichen Projektentwicklungen). Im vergangenen Jahr waren laut JLL-Cesar 6,3 Millionen Quadratmeter Büroflächen und damit sieben Prozent des Bestands zertifiziert.

Das aktuelle Ranking mit dem höchsten Anteil zertifizierter Büroflächen wird im ersten Halbjahr 2017 von Frankfurt angeführt mit einem Anteil von aktuell 19,6 Prozent (2,3 Millionen Quadratmeter). Das ist ein deutlicher Abstand zu den anderen Bürohochburgen. Düsseldorf kommt mit einem Anteil von 7,3 Prozent auf Platz zwei (9,1 Millionen Quadratmeter) und München folgt mit 6,2 Prozent (20,12 Millionen Quadratmeter) auf Rang drei.

Bei der Rangfolge liegt Frankfurt mit einem Anteil von 19,6 Prozent zertifizierter Bürofläche signifikant vorne Bild: JLL

Berlin folgt auf Platz vier mit einem Anteil von 5,6 Prozent an zertifizierten Büroflächen (20,27 Millionen Quadratmeter), gefolgt von Hamburg (5,2 Prozent; 14,86 Millionen Quadratmeter) und Köln (5,1 Prozent; 7,67 Millionen Quadratmeter). Schlusslicht ist Stuttgart mit einem Anteil von nur vier Prozent (8,58 Millionen Quadratmeter).

Alle Metropolen steigern Anteil an zertifizierten Büroflächen

Alle sieben Metropolen haben laut JLL einen höheren Anteil zertifizierter Fläche verzeichnet als noch vor zwölf Monaten. Die Zunahme liegt hauptsächlich in der Fertigstellung neuer Büroimmobilien begründet. Rund ein Drittel der im ersten Halbjahr 2017 in den Top 7 fertiggestellten Büroimmobilien mit einer Gesamtfläche von mehr als 400.000 Quadratmetern haben ein Zertifikat, so etwa die DGNB-zertifizierten Gebäude "Upper West“ am Kurfürstendamm in Berlin oder das "Fleet Office II“ in der Hamburger City-Süd mit knapp 20.000 Quadratmetern.

„Die Nachhaltigkeit von Immobilien ist sowohl für Investoren als auch für Nutzer von Belang“, so Martin Hofmann, Head of Project & Development Services JLL Germany.

Bei vielen Nutzern spielten Umweltaspekte bei Anmietungsentscheidungen eine maßgebliche Rolle. Und für Investoren sei das Thema insofern relevant, als damit die Chance auf die Vermietbarkeit der Immobilie erhöht werden könne. Erkenntnisse einer Investorenbefragung, die JLL im Rahmen einer Studie für die dena Deutsche Energie-Agentur realisiert hat, unterstützen diese These.

„Zwei Drittel der Befragten hielten ein Nachhaltigkeitszertifikat beim Erwerb eines Büroneubaus für sehr wichtig oder wichtig“, so Hofmann.

Bei der Ansprache potenzieller internationaler Mieter sei ein Zertifikat oft unumgänglich.

Nutzernachfrage nach Nachhaltigkeitskriterien

Mit 186.000 Quadratmetern Bürofläche wurden laut JLL zehn Prozent des Büroflächenumsatzes in den sieben Metropolen in zertifizierten Bürogebäuden angemietet. Damit liegt dieser Anteil höher als der Anteil zertifizierter Flächen am Gesamtbestand.

Die Nachfrage nach zertifizierten Büroflächen variiert je nach Branche des Nutzers: Mit 58.000 Quadratmetern Umsatz führt die Branche der unternehmensbezogenen Dienstleister die Rangfolge mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil  von 17 Prozent, gefolgt von EDV-Unternehmen (ebenfalls 17 Prozent; 27.500 Quadratmeter) und der Branche „Verlagswesen, Medien“ (18 Prozent; 18.200 Quadratmeter).

Für Nutzer aus den Branchen „Neue Medien“ (7.900 Quadratmeter) und „Versicherungen“ (6.200 Quadratmeter) wurden zwar insgesamt weniger Flächenumsätze registriert, der Anteil, der auf zertifizierte Flächen entfiel, ist mit 29 beziehungsweise 22 aber besonders hoch.

Auch hier ragt Frankfurt mit einem Anteil von rund 25 Prozent heraus: Unter anderem dazu beigetragen hat laut JLL etwa die Anmietung von 7.000 Quadratmetern der Deutschen Bundesbank im LEED-zertifizierten "Trianon".

Fazit: Zertifizierungen werden weiter nachgefragt bleiben

„Das Interesse von Nutzern und Investoren an zertifizierten Büroprojekten wird sich zumindest auf hohem Niveau stabilisieren", sagt Hoffmann. 

JLL geht jedoch eher davon aus, dass die Nachfrage nach zertifizierten Flächen sogar weiter steigen wird – von Nutzern genauso wie von Investoren. Auch wenn die Bestandszertifizierung an Bedeutung zugenommen hat, wird der zertifizierte Büroflächenbestand insbesondere durch die Fertigstellung neuer Gebäude zunehmen. Allein unter den zum jetzigen Zeitpunkt im Bau befindlichen Büroprojekten sind JLL zufolge bereits 360.000 Quadratmeter zertifiziert.

Schlagworte zum Thema:  Büroimmobilie, Zertifizierung, Büroflächen

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