05.10.2016 | Studien

WG-Zimmer 23 Prozent teurer als vor vier Jahren – Studentenwohnungen kosten bis zu 37 Prozent mehr

Die Preise für Studentenunterkünfte werden laut IW weiter steigen.
Bild: Corbis

Empirica hat die aktuellen Preise für Studentenzimmer erhoben: Ein unmöbliertes Zimmer in einer Wohngemeinschaft kostet im Schnitt 345 Euro monatlich – 23 Prozent mehr als 2012. Spitzenreiter ist München: Hier zahlen Studenten mit 503 Euro mehr als doppelt so viel wie in Chemnitz (220 Euro). Mit einem Mietpreisanstieg von 37 Prozent für Studentenwohnungen liegt laut Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) Berlin vorn.

Auf den vorderen Plätzen liegen hinter München (503 Euro) Stuttgart (440 Euro) und Frankfurt am Main (425 Euro). Die günstigsten Angebote gibt es in Greifswald, Halle, Magdeburg (je 250 Euro) und Chemnitz (220 Euro).

Empirica erhebt die Preise anhand von rund 100.000 Mietinseraten für WG-Zimmer. Die Übersicht liefert für alle größeren Hochschulstandorte Deutschlands (mehr als 120 Städte) Standardpreise (mittlerer 50-Prozent-Wert) und die Preisspanne der Warmmiete eines unmöblierten WG-Zimmers, das zwischen zehn und 30 Quadratmeter groß ist.

Dabei hat sich im Vergleich zum Herbst 2015 die Situation in den meisten Universitätsstädten weiter verschlechtert, wie eine Studie des Moses Mendelssohn Instituts (MMI) zeigt.

Berlin hat die höchsten Mietpreise für Studentenwohnungen

Bei der Zunahme der Mietpreise für Studentenwohnungen liegt München nach Berlin und Osnabrück an dritter Stelle, wie die IW-Studie im Auftrag des Deutschen Real Estate Funds zeigt. In München stiegen die Preise demnach in den vergangenen sechs Jahren um 24,8 Prozent. In Berlin waren es rund 37 Prozent, in Osnabrück 25,2 Prozent.

Dafür verglichen die Immobilienexperten die Mietpreisdynamik von durchschnittlichen Studentenbuden zwischen 2010 und 2016 in 15 Groß- und Universitätsstädten. An vierter Stelle liegt Stuttgart mit 21,4 Prozent. Weniger stark stiegen die Mieten unter anderem in Siegen, Bonn und Heidelberg. Als Datengrundlage wurden die Inserate der Internetplattform "ImmobilienScout24" genutzt.

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Mietpreise in Hamburg und Kiel seit 2010 immer weiter geklettert

Auch Studierende auf Wohnungssuche im Norden müssen für ihre Bleibe mehr Miete zahlen als noch vor ein paar Jahren – und die Preise werden laut IW weiter steigen. Im Vergleich zu anderen Städten liegen Hamburg und Kiel bei der Preisentwicklung aber noch im Mittelfeld, sagte Voigtländer der Deutschen Presse-Agentur. In Hamburg stiegen die Preise um 15,6 Prozent und in Kiel um 16,5 Prozent.

Die IW-Forscher untersuchten die Situation in 15 Groß- und Universitätsstädten. Dabei schauten sie sich auch die Entwicklung der Durchschnittsmieten an. Mussten Studenten im ersten Halbjahr 2010 noch sechs Euro pro Quadratmeter zahlen, waren es im ersten Halbjahr 2016 bereits sieben Euro. In Hamburg kletterte der Preis von neun auf elf Euro.

Die Betrachtung einer exemplarischen studentischen Musterwohnung inklusive Nebenkosten ergab: In Kiel erhöhte sich der Preis von 331 auf 364 Euro, in Hamburg von 422 auf 466 Euro.

Zimmer in Wohnheimen deutlich unter Marktpreis

Die Auswertung bezieht sich laut Voigtländer auf den freien Wohnungsmarkt, beinhaltet Zimmer in Wohngemeinschaften und kleine Wohnungen. Studentenwohnheime wurden ausgeklammert. "Die liegen deutlich unter dem Markt, aber da gibt es lange Wartelisten."

Die 2015 eingeführte Mietpreisbremse habe bislang noch keine sichtbaren Ergebnisse gebracht. "Wir werden weitere Preissteigerungen erleben", ist sich Voigtländer sicher.

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Schlagworte zum Thema:  Wohngemeinschaft, Studentenwohnung, Student, Wohnheim, Studentenwohnheim

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