28.08.2014 | KGAL-Marktbericht

Weltweite Krisen führen zu Nachfrage auf deutschem Immobilienmarkt

Konflikte wie im Irak oder der Ukraine haben Einfluss auf den deutschen Immobilienmarkt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt profitiert weiterhin von einer stabilen Binnenkonjunktur, aber auch von Unwägbarkeiten im Ausland. Jedes weitere Krisenszenario im internationalen Polit- und Ökonomie-Geschehen befeuere die Nachfrage nach deutschem Betongold zusätzlich, heißt es im KGAL-Markt­be­richt für das zweite Halb­jahr 2014.

Aufgrund des knappen Angebots erstklassiger Wohnimmobilien würden die ohnehin schon hohen Preise noch weiter steigen. Die Zahlen sprächen für sich: Das Transaktionsvolumen in der Anlageklasse Wohnimmobilien lag im ersten Halbjahr 2014 bundesweit bei rund sieben Milliarden Euro – erneut ein leichter Anstieg um drei Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2013. Mangels Angebot ließ die Dynamik im zweiten Quartal 2014 jedoch etwas nach, weswegen das starke Vorjahresergebnis wohl nicht erzielt wird, heißt es weiter. Die meis­ten In­di­ka­to­ren zeig­ten nach oben. Ein Neu­bau­be­darf bei Woh­nun­gen von jähr­lich 256.000 bis 2025 wird pro­gnos­ti­ziert. Die Zahl der Woh­nbau­ge­neh­mi­gun­gen steigt weiter an. Die Kauf­prei­se leg­ten bei Ei­gen­tums­woh­nun­gen im zweiten Quar­tal 2014 um 1,7 Prozent zu, die Miet­prei­se um 1,1 Prozent. alles in allem erkennen die KGAL-Analysten „vorerst kein Ende der Hochstimmung“.

Die Zeit scheine reif zu sein für einen durchgreifenden Paradigmenwechsel in der Such- und Anlagestrategie vieler professioneller Kapitalanleger, meinen die KGAL-Analysten. Die preislich oft bereits ausgereizten Spitzenlagen der A-Städte böten wenig Kaufansätze. KGAL empfiehlt daher mehr Zurückhaltung und keinen Kauf um jeden Preis. Stattdessen rät der Bericht Anlegern zu einer „kontrollierten Offensive“ in sorgfältig ausgewählten alternativen Lagen und insbesondere auch in kleineren Städten mit positiven soziodemografischen und ökonomischen Perspektiven.

Einzelhandel: Oberzentren und Mittelstädte als „Hidden Champions“

Neben dem Wohnungsmarkt haben die KGAL-Analysten auch den Handel unter die Lupe genommen. Wirtschaftliche Fundamentaldaten, eine hohe Kaufkraft und die optimistische Konsumstimmung wirkten sich - trotz der zunehmenden Konkurrenz durch den Online-Handel - positiv auf Deutschlands Einzelhandels-Immobilienmarkt aus, heißt es hier. Von insgesamt 16,9 Milliarden gewerblichem Investmentvolumen entfielen knapp 30 Prozent oder 4,9 Milliarden Euro auf einzelhandelsgenutzte Immobilien. Bis Ende 2014 werde ein Volumen von rund zehn Milliarden Euro erwartet. Weltweit betrachtet liege der attraktivste Markt für Einzelhändler in Deutschland. Institutionelle und internationale Investoren suchten hierzulande händeringend nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten. Im ersten Halbjahr beherrschten vor allem ausländische Investoren den deutschen Markt. Auf der Käuferseite lag ihr Anteil bei Einzel- und großen Portfolio-Deals bei 50 Prozent, gemessen am gesamten Investmentvolumen. 

Aktuelle Rankings zeigten, dass sich kleinere Einkaufsstädte zu „Hidden Champions“ entwickelten. Unter Berücksichtigung von Qualität und Quantität bereits vorhandener Einzelhandelsflächen könnten Städte mit günstigen Ansiedlungsperspektiven und Sogwirkung auf das oft ländlich geprägte Umfeld gerade für expansionsorientierte Retailunternehmen noch Chancen bieten.

Schlagworte zum Thema:  Studie, Wohnung, Einzelhandel

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