20.11.2012 | Top-Thema Vergütungsstudie 2012: Fünf Prozent Wachstum bei Führungskräften

Qualifizierte Mitarbeiter binden

Kapitel
Topgehälter gibt es in Frankfurt am Main.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Es ist eine Schwierigkeit, gute Mitarbeiter zu finden. Eine ganz andere ist es, sie auch auf Dauer zu halten und zu verhindern, dass sie wieder abwandern.

In vielen Stellenbereichen steht die Immobilienwirtschaft bei der Akquisition und Bindung von qualifiziertem Personal im Wettbewerb mit anderen Branchen. Dabei spielen auch die Gehälter eine Rolle. Um zu sehen, wie die Immobilienbranche im Vergleich zu anderen Branchen zahlt, wurden dieses Jahr die Gehälter von vier verschiedenen Ausbildungsniveaus und Hierarchiestufen verglichen. Die Ergebnisse: Wer ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert und eine Führungsposition (mit Personalverantwortung) in der Immobilienwirtschaft innehat, verdient vergleichsweise wenig: Banken, Finanzdienstleister, Unternehmen aus dem Maschinenbau, aber auch Versicherungen zahlen allesamt besser. Die Gehälter liegen bei dieser Konstellation deutlich unterhalb des Gehaltsniveaus in der Industrie. Lediglich Ingenieurbüros und der Handel zahlen weniger.
Die Gehälter von Wirtschaftswissenschaftlern in einer Fach- oder Spezialistenfunktion (ohne Personalverantwortung) liegen ebenfalls unter Industrieniveau. Auch diese Personengruppe kann in anderen Branchen (Banken/Finanzdienstleister, Versicherungen, Maschinenbau) deutlich höhere Gehälter erzielen als in der Immobilienwirtschaft. Die Gehälter liegen auch hier unter Industrieniveau.
Bei Mitarbeitern mit kaufmännischer Ausbildung (ohne weiterführende Ausbildung) dagegen liegt das Gehaltsniveau in der Immobilienwirtschaft sogar leicht über dem Verdienstniveau in der Industrie. Eine kaufmännische Ausbildung bringt lediglich bei Banken mehr Geld als in der Immobilienwirtschaft. Dagegen liegt das Verdienstniveau bei Versicherungen, im Maschinenbau, in Ingenieurbüros oder auch im Handel niedriger.
Mitarbeiter mit einer technischen Ausbildung (ebenfalls ohne weiterführende Ausbildung) verdienen in der Immobilienwirtschaft dagegen weniger als ihre Kollegen in der Industrie und deutlich weniger als ihre Kollegen im Maschinenbau. Schlechter dagegen zahlen der Handel und der Dienstleistungsbereich.
Fazit: Je höher der Ausbildungsgrad und die Hierarchiestufe, umso besser sind die Verdienstchancen in anderen Branchen. Vor allem in der Industrie werden oft überdurchschnittlich hohe Gehälter gezahlt. Bei geringerer Qualifizierung der Mitarbeiter kann die Immobilienwirtschaft zumindest bei kaufmännischen Funktionen durchaus überdurchschnittliche Gehälter bieten.

Topgehälter in Frankfurt am Main

Nicht nur die Größe des Unternehmens, die Ausbildung und die Position sind für das Gehalt ausschlaggebend. Genauso wichtig ist die Stadt, in der jemand arbeitet. Die Höhe der Vergütung wird auch in der Immobilienwirtschaft durch den Standort des Unternehmens beeinflusst. Dabei gilt: An gut entwickelten Standorten gibt es in der Regel auch mehr Geld. Die höchsten Gehälter in der Immobilienwirtschaft werden demnach in Frankfurt am Main gezahlt. Hier liegen die Gehälter um 20 Prozent höher als im Rest des Landes. Auf den Plätzen zwei, drei und vier folgen die Städte München, Stuttgart, Düsseldorf und Köln. Im Mittelfeld liegen die Gehälter in der Bundeshauptstadt Berlin. Am wenigsten verdienen Mitarbeiter in der Immobilienwirtschaft in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die regional unterschiedlichen Gehaltsniveaus entsprechen denen der Gesamtwirtschaft, sprich: anderer Branchen. Einzige Ausnahme ist Berlin. In der Landeshauptstadt schneidet die Immobilienbranche besser ab als die Gesamtwirtschaft.

Entwicklung der Gehälter

Im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs hat sich am deutschen Arbeitsmarkt generell ein positiver Trend durchgesetzt, der sich in der Entwicklung der Löhne und Gehälter widerspiegelt. Der Aufschwung hat auch die Arbeitnehmer in der Immobilienwirtschaft erreicht. So konnten Führungskräfte in den Jahren 2011 und 2012 kräftige Gehaltszuwächse realisieren, und auch die Gehälter von Spezialisten und Sachbearbeitern beziehungsweise Fachkräften sind in den letzten zwei Jahren nicht unerheblich gestiegen. Trotz eines positiven Trends haben sich die Gehälter in der Immobilienwirtschaft aber nicht ganz so positiv entwickelt wie in anderen Branchen, allen voran die Industrie. Allerdings muss man dabei berücksichtigen, dass die Gehälter hier bereits im vergangenen Jahr stärker angestiegen sind als in vielen anderen Branchen.

Entwicklung der Gehälter in den letzten Jahren am Beispiel einer Führungskraft in der Immobilienwirtschaft
(Beispiel einer Führungskraft mit 72.000 € im Jahr 2006)

% Veränderung
zum Vorjahr
Zuwachs kumuliertGehalt
Führungskräfte in der Immobilienwirtschaft
2006100,0%
100,0%72.000 €
2007107,7%107,7%77.544 €
2008106,7%114,4%82.739 €
200999,6%114,0%82.408 €
2010107,2%121,2%88.342 €
2011103,2%124,4%91.169 €
2012105,2%133,2%95.900 €

Quelle: www.personalmarkt.de

Entwicklung der Gehälter in den letzten fünf Jahren am Beispiel einer Fachkraft in der Immobilienwirtschaft
(Beispiel einer Fachkraft mit 32.000 € im Jahr 2006)

% Veränderung
zum Vorjahr
Zuwachs kumuliertGehalt
Fachkräfte in der Immobilienwirtschaft
2006100,0%
100,0%32.000 €
2007104,3%
104,3%
33.376 €
2008102,5%106,8%34.210 €
2009101,4%108,2%34.689 €
2010106,3%114,5%36.875 €
2011103,9%118,4%38.313 €
2012102,2%122,3%39.151 €

Quelle: www.personalmarkt.de

Regionale Gehälter

In Frankfurt, München und Stuttgart wird am meisten verdient. Bei den Gehältern spielt auch der Standort des Unternehmens eine Rolle. Als Faustregel gilt: Im Süden mehr als im Norden, im Westen mehr als im Osten. Neben der Region spielen aber auch Faktoren wie Größe des Unternehmens, die Branche, die Art der Tätigkeit oder der Verantwortungsumfang einer Position eine Rolle. Unternehmen in gefragten Großstädten, Ballungsgebieten oder Metropolregionen zahlen auch deshalb besser, weil das Leben dort meist mit höheren Lebenshaltungskosten verbunden ist. Niedrigere Gehälter werden nach wie vor in ländlichen Gegenden und in den neuen Bundesländern gezahlt.

Ort / Bundeslandin % vom Bundesdurchschnitt
Frankfurt121%
München114%
Stuttgart111%
Düsseldorf108%
Köln108%
Hamburg106%
Hessen102%
Nürnberg98%
NRW98%
Hannover97%
Baden-Württemberg96%
Bayern95%
Berlin94%
Rheinland-Pfalz93%
Bremen91%
Saarland90%
Niedersachsen88%
Dresden86%
Schleswig-Holstein85%
Sachsen82%
Brandenburg81%
Thüringen80%
Sachsen-Anhalt78%
Mecklenburg-Vorpommern77%

Quelle: www.personalmarkt.de

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Immobilienwirtschaft

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