20.11.2012 | Top-Thema Vergütungsstudie 2012: Fünf Prozent Wachstum bei Führungskräften

Der neue Gehaltsreport

Kapitel
Um 3,4 Prozent höher als der Branchendurchschnitt liegen die Gehälter in der Immobilienwirtschaft.
Bild: iStockphoto

Eine Führungskraft erhält im Schnitt Jahresgesamtbezüge in Höhe von rund 95.500 Euro, bei Fachkräften sind es durchschnittlich 44.700 Euro. Trotz des positiven Trends haben sich die Gehälter in der Immobilienwirtschaft nicht ganz so positiv entwickelt wie in anderen Branchen.

Die Immobilienwirtschaft könnte sich zum Gewinner der Finanzkrise entwickeln: Investoren und private Anleger flüchten in vermeintlich sicheres „Betongold“ und stecken ihr Geld in Häuser und Wohnungen. Befeuert wird der Markt zusätzlich von historisch billigen Bauzinsen sowie einer steigenden Anzahl ausländischer Akteure, die auf die Stabilität des deutschen Markts setzen. Es ist daher wenig überraschend, dass auch die Gehälter der Branche zugelegt haben. Vor allem Führungskräfte in der Immobilienwirtschaft können sich über ein kräftiges Gehaltsplus von mehr als fünf Prozent freuen. Fachkräfte verdienen 2,2 Prozent mehr als letztes Jahr. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Ausgabe der Vergütungsstudie „Führungskräfte und Spezialisten in der Immobilienwirtschaft 2012/2013“. Bereits zum achten Mal hat die „Immobilienwirtschaft“ zusammen mit dem auf Vergütungsinformationen spezialisierten Beratungsunternehmen „PersonalMarkt“ die Gehälter der Branche untersucht.
Insgesamt haben 23 Unternehmen aus der Immobilienwirtschaft an der Studie teilgenommen. Über 4.000 aktuelle Gehaltsdatensätze haben die Berater von PersonalMarkt ausgewertet. 436 Datensätze stammen von Führungskräften, 3.547 Datensätze von Fachkräften und Spezialisten.

Geringeres Wachstum als in der Industrie

Eine Führungskraft erhält demnach im Schnitt Jahresgesamtbezüge in Höhe von rund 95.500 Euro, bei Fachkräften sind es durchschnittlich 44.700 Euro. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es: Trotz des positiven Trends haben sich die Gehälter in der Immobilienwirtschaft nicht ganz so positiv entwickelt wie in anderen Branchen. Vor allem in der Industrie, und hier besonders im Maschinenbau, in der Chemie und in der Automobilindustrie, sind die Gehälter stärker gestiegen. Allerdings hat sich das Vergütungsniveau in der Immobilienwirtschaft bereits im vergangenen Jahr positiver als in anderen Branchen entwickelt.
Die Topverdiener der vergangenen Jahre gehören auch diesmal wieder zum Kreis der Spitzenverdiener: Die höchsten Gehälter bei den Führungskräften erzielen Geschäftsführer, Fondsmanager und Asset-Manager. Die höchsten Steigerungsraten konnten Führungskräfte im Fondsmanagement und in der Immobilienfinanzierung erzielen.
Bei den Fachkräften haben Fondsmanager, Key-Account-Manager und Standortentwickler die Nase vorn. Fondsmanager verdienen im Schnitt rund 89.000 Euro im Jahr, Key-Account-Manager liegen bei 72.000 Euro und Standortentwickler kommen auf 64.700 Euro.
Deutlich weniger Geld im Portemonnaie haben Mitarbeiter in der Personalsachbearbeitung, in der Verwaltung von Wohnungsimmobilien, im Sekretariat und als Hausmeister: Sie verdienen keine 40.000 Euro jährlich.
Über hohe Gehaltszuwächse konnten sich Mitarbeiter im Fonds- und Asset-Management sowie im Controlling freuen. Die Gehälter dieser Funktionen sind überdurchschnittlich um bis zu sechs Prozent gestiegen. Projekt- und Standortentwickler verzeichnen ein Gehaltsplus von immerhin bis zu drei Prozent. Dagegen konnten Architekten sowie alle nicht-akademischen Berufe nur geringe Wachstumsraten erzielen.

Ergebnisse ausgewählter Funktionen*: Gehälter in der Immobilienbranche

Funktionunteres QuartilMedianMittelwert oberes Quartil
Funktionen mit Personalverantwortung
kaufmännische Leitung
78.686 €105.501 €103.380 €123.067 €
Technisches Facility-Management63.568 €73.659 €76.716 €85.531 €
Bauleitung65.713 € 72.953 €77.428 €86.170 €
Funktionen ohne Personalverantwortung
Bauleitung
42.379 €48.836 €51.437 € 58.458 €
Finanz- und Rechnungswesen36.325 €43.760 € 45.248 € 50.396 €
Projektentwicklung45.445 €56.337 €59.541 € 68.224 €

Quelle: www.personalmarkt.de

* Angegeben ist das Jahresbruttogehalt, das sich aus Grundgehalt, variablen Bezügen, sonstigen Leistungen und Anteil an der betrieblichen Altersvorsorge (sofern vorhanden) zusammensetzt

Als Quartile bezeichnet man diejenigen Werte, die die mittleren 50 Prozent der Werte abstecken, das heißt, oberhalb beziehungsweise unterhalb des Quartils liegen jeweils 25 Prozent der Werte. Ein Beispiel: Liegt das Jahresgehalt im oberen Quartil, dann verdienen 75 Prozent der Stichprobenteilnehmer weniger als der angegebene Wert und 25 Prozent erhalten ein höheres Entgelt. Liegt das Gehalt im unteren Quartil, verdienen 25Prozent der Teilnehmer weniger und 75 Prozent liegen oberhalb des statistischen Werts.

Der Mittelwert entspricht dem arithmetischen Mittel. Dabei handelt es sich um die Summe der Merkmalswerte geteilt durch die Anzahl der Merkmalswerte. Beim arithmetischen Mittel ist zu beachten, dass der Wert stark von Ausreißern nach unten und nach oben beeinflusst sein kann.

Der Median hat gegenüber dem Mittelwert den Vorteil, dass er von Extremwerten am oberen und unteren Ende der Skala nicht beeinflusst wird. Er teilt alle Werte in zwei gleiche Teile. Anders ausgedrückt: 50 Prozent der Werte liegen unterhalb dieses Werts, 50 Prozent der Werte darüber.

Schlagworte zum Thema:  Vergütung, Immobilien, Immobilienwirtschaft

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