Das Interesse der Investoren nach Mehrfamilienhäsuern steigt mit der wachsenden Nachfrage nach Mietwohnraum Bild: Corbis

Die Durchschnittspreise für Wohnimmobilien sind im zweiten Quartal 2017 im Vergleich zum Vorjahresquartal um sechs Prozent gestiegen, wie der auf Transaktionen basierende vdp-Immobilienpreisindex zeigt. Dabei bevorzugten die Investoren Mehrfamilienhäuser: Sie weisen mit einem Plus von 6,7 Prozent die höchste Steigerungsrate unter den Wohnimmobilien auf. Getoppt wurde das nur von Büros: diese verteuerten sich um 7,5 Prozent.

Selbst genutztes Wohneigentum legte um 5,3 Prozent zu, während Einzelhandelsimmobilien sich lediglich um 1,5 Prozent verteuerten. Im Schnitt erhöhten sich die Preise für gewerbliche Immobilien um 5,5 Prozent. Der vdp-Index stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,9 Prozent.

Mit einer Trendwende sei vorerst nicht zu rechnen, sagt Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp). Im Immobilienkonjunktur-Index der Deutschen Hypo ist das Immobilienklima im Juli erstmals seit März 2017 wieder gesunken: Grund für den Rückgang sei das stark nachlassende Investmentklima.

Renditen für Mehrfamilienhäuser sinken – Neuvertragsmieten steigen

Besonders nachgefragt waren laut vdp-Index Eigentumswohnungen – unter privaten Immobilienkäufern und Institutionellen gleichermaßen. Eingekauft wurde vornehmlich in Metropolen und Universitätsstädten. Da hier die Nachfrage weiterhin höher ist als das Angebot, sind Eigentumswohnungen im Vergleich zum zweiten Quartal 2016 noch einmal um 6,4 Prozent teurer geworden. Alleine in Berlin stiegen die Preise innerhalb eines Jahres um 9,8 Prozent.

Der Preisanstieg für Eigenheime war mit einem Plus von 4,8 Prozent etwas schwächer. Dominiert wird der Preisanstieg am Wohnungsmarkt von der Entwicklung bei den Mehrfamilienhäusern dominiert, die vor allem in den Metropolregionen stark nachgefragt waren, was zu dem erwähnten deutlichen Anstieg der Kaufpreise (plus 6,7 Prozent) führte, während die Renditen, gemessen am Liegenschaftszinssatzindex für Mehrfamilienhäuser, um 3,5 Prozent sanken im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Neuvertragsmieten sind im untersuchten Zeitraum aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage nach Mietwohnraum um 2,9 Prozent gestiegen. Drei der Top 7 erreichten im ersten Halbjahr eine Preisschwelle bei Mieten und Eigentum.

Gewerbeimmobilien: Renditekompression verstärkt sich

Aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen und einer hohen Liquidität waren im zweiten Quartal auch Gewerbeimmobilien stark nachgefragt. Vor allem Büroimmobilien. Die sehr hohe Nachfrage hat laut vdp zur Folge, dass sich die Renditekompression weiter verstärkt hat. Der Liegenschaftszinssatzindex sei entsprechend um 4,2 Prozent gesunken.

Die Nettoanfangsrenditen von Büros in zentralen Lagen der deutschen A-Städte sind seit 2009 im Schnitt von 5,5 Prozent auf 3,6 Prozent im Jahr 2016 gefallen. Dagegen beträgt die durchschnittliche Rendite in den B-Städten 5,1 Prozent. 75 Prozent der europäischen Immobilieninvestoren erwarten den Anstieg der Anfangsrenditen erst im Jahr 2019.

Die positive Beschäftigungsentwicklung in einem soliden wirtschaftlichen Umfeld wirkte sich den vdp zufolge auch auf den Vermietungsmarkt aus. Das Angebot am Bürovermietungsmarkt ist aber weiterhin knapp, was dazu führte, dass die Büromieten im Vergleich zum Vorjahresquartal erneut um drei Prozent gestiegen sind.

Die Entwicklung am Einzelhandelsmarkt war moderat mit Preissteigerungen von 1,5 Prozent. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, was dazu führte, dass der Liegenschaftszinssatzindex um ein Prozent gesunken ist. Die Neuvertragsmieten für Einzelhandelsflächen sind im gleichen Zeitraum um 0,6 Prozent gestiegen.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienpreis, Gewerbeimmobilien, Mehrfamilienhaus, Wohnimmobilien

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