Carlswerk als Beispiel für eine Transformationsimmobilie: Die waren 2017 besonders gefragt Bild: Bulwiengesa

Das Transaktionsvolumen für Unternehmensimmobilien war nie größer als 2017: Mit rund drei Milliarden Euro wurde das bisherige Spitzenjahr 2015 um 27 Prozent übertroffen. Das geht aus dem aktuellen Marktbericht der Initiative Unternehmensimmobilien hervor. Grund dafür waren mehrere Deals mit großen Portfolios, darunter vor allem Transformationsimmobilien und Gewerbeparks. Teilweise wurden ganze Unternehmen mit ihren Assets erworben.

Nummer eins unter den Investoren waren Asset- und Fondsmanager mit einem Anteil von knapp 1,5 Milliarden Euro. Die Initiative Unternehmensimmobilien, zu der momentan elf Unternehmen (Atos, Aurelis, Beos, Cromwell Property, Garbe Industrial, Geneba Properties, GSG Berlin, Investa, Segro, Siemens und Sirius) sowie Bulwiengesa als Researchpartner gehören, geht davon aus, dass die Nachfrage auch 2018 anhalten wird.

Aktuell wird das Angebot der Studie zufolge immer noch vom knappen Angebot ausgebremst, wie bereits im Jahr 2016 schon. Das Angebot werde sich jedoch perspektivisch erweitern, heißt es.

Im Fokus: Transformationsimmobilien und Gewerbeparks

Zwei Objektkategorien standen mit dem höchsten gehandelten Investmentvolumen 2017 besonders im Fokus der Investoren: Transformationsimmobilien und Gewerbeparks.

  • Erstere lagen im zweiten Halbjahr 2017 mit einem Investitionsvolumen von rund 325 Millionen Euro an erster Stelle. Altindustrieller Charme in Kombination mit einer vielfältig nutzbaren Gebäudesubstanz verspricht der Studie zufolge in sehr guten Lagen der großen Metropolen eine gute Vermietbarkeit.
  • An zweiter Stelle als attraktives Anlageziel folgen Gewerbeparks, da sie besonders günstig liegen, etwa für citylogistische Nutzungen, die dem wachsenden Onlinehandel gerecht werden. Im zweiten Halbjahr wurden rund 243 Millionen Euro in Gewerbeparks investiert.
  • Weniger intensiv gehandelt wurden Produktionsimmobilien und urbane Lager- und Logistikimmobilien, da diese nach wie vor oft durch Eigennutzer gehalten werden.

Renditekompression deutlich bei Lager- und Logistikimmobilien

Die kontinuierlich steigende Nachfrage nach Unternehmensimmobilien führt laut Studie bei knapper werdendem Angebot zu steigenden Preisen: Im zweiten Halbjahr 2017 sind die Spitzenrenditen um mehrere Basis- beziehungsweise Prozentpunkte gesunken.

Am deutlichsten war der Renditerückgang bei Lager- und Logistikimmobilien. Die Assetklasse wird infolge neuer Urban-Logistics-Konzepte und steigendem Onlinehandel immer interessanter. Die Spitzenrendite sank ungewöhnlich stark um 1,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent, die Durchschnittsrendite betrug 2017 acht Prozent.

Insbesondere urbane Multi-Tenant-Objekte verfügen über Core-Qualitäten, da sie häufig strategisch gut liegen und auch für Büro- und teilweise Einzelhandelsnutzer attraktiv sind. Auch Produktionsimmobilien mit langen Mietvertragslaufzeiten oder urbane Lagerimmobilien werden von der hohen Nachfrage beeinflusst und verzeichnen eine spürbare Renditekompression. Eine weitere starke Kompression der Renditen ist der Initiative zufolge nicht zu erwarten.

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