05.03.2014 | Marktanalyse

Unternehmen zieht es nicht an den Stadtrand

Büros in der Frankfurter Innenstadt sind nach wie vor gefragt.
Bild: Joachim Reisig ⁄

Derzeit gibt es keinen bundesweiten Zug von Büromietern an den Stadtrand oder ins Umland. Das beweise die derzeitige Nachfragesituation, hat die Hochtief Projektentwicklung GmbH analysiert. Eine Ausnahme ist die Stadt München.

In der jüngsten Vergangenheit gab es vermehrt Stimmen, wonach mehr und insbesondere große Unternehmen den Stadtrand oder das Umland vorziehen und die Innenstädte verlassen. Robert Bambach, Geschäftsführer Hochtief Projektentwicklung GmbH, meint, dass diese Aussage zumindest für den deutschen Büroimmobilienmarkt keine allgemeine Gültigkeit besitzt. In Frankfurt beispielsweise seien auf das Bankenviertel, das Westend, die Innenstadt und den Standort rund um den Hauptbahnhof im Jahr 2012 rund 45 Prozent und 2013 knapp die Hälfte des gesamten Frankfurter Vermietungsvolumens entfallen. Mit Ausnahme der Commerzbank, die mit einigen Abteilungen die seit dem Wegzug der Börse leer stehenden „Lateral Towers“ ihrer Tochtergesellschaft Commerz Real füllen will, und der Telekom gebe es in Frankfurt keinen Trend zur Verlagerung von den Cityzentren an den Stadtrand oder in die Peripherie.

Ähnlich sehe es in Hamburg und Berlin aus. Ein etwas anderes Bild biete indes Düsseldorf: Hier könnten neben dem übergeordneten Teilmarkt „City“ auch die „Bürozentren“ (zum Beispiel Airport City und Kennedydamm) mit guten Flächenumsätzen punkten, sagt Bambach. Die „Nebenlagen“ seien hier jedoch von jeher recht beliebt, das aber sei keine neue Erscheinung.

Allein in München sei von den untersuchten Top-5-Bürostandorten am ehesten so etwas wie eine Wanderung nach außen zu beobachten gewesen, erklärt die Hochtief Projektentwicklung GmbH. Die übergeordneten Teilmärkte „Nebenlagen“ und „Peripherie“ hätten 2012 und 2013 mit ihren Flächenumsätzen überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Dort seien auch die meisten der größten Mietverträge abgeschlossen worden. Von allen Abschlüssen ab 7.000 Quadratmetern wurden in den „Nebenlagen“ 45 Prozent und in der „Peripherie“ ein Viertel getätigt. Damit brachte es erstere auf gleichfalls 45 Prozent der gesamten aus diesen Verträgen vermieteten Fläche, letztere auf fast ein Drittel.

Schlagworte zum Thema:  Standort, Büro, Marktanalyse

Aktuell

Meistgelesen