17.06.2013 | GdW

Unternehmen bei Neubau-Investitionen zurückhaltend

"Bauen im mittleren unter unteren Segment lohnt kaum noch" (Gedaschko)
Bild: soaxx2011363-10 Siemens AG

Wohnraum wird knapper. Dennoch investieren deutsche Unternehmen deutlich weniger in Neubauten als erwartet: Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) ging von einem Zuwachs um 25 Prozent aus, tatsächlich sanken die Investitionen 2012 um 1,7 Prozent.

Für 2013 sei jedoch mit einem Zuwachs um 34,1 Prozent zu rechnen, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingeborg Esser am Montag in Berlin. Bei den Investitionen in den Bestand erwartet der GdW bei seinen Mitgliedsunternehmen für 2013 einen leichten Anstieg um 2,7 Prozent.

Insgesamt seien die Rahmenbedingungen für Investitionen in den vergangenen zwei Jahren unsicherer geworden, begründete Esser. Vor allem gestiegene energetische Anforderungen wirkten sich bremsend aus.

Auch Zahl der Sozialwohnungen drastisch reduziert

Deutschlandweit sei mit einem Neubau von 213.000 Wohnungen zu rechnen. Besonders bei Mietwohnungen sei das aber noch viel zu wenig, sagte Esser. "Der Geschosswohnungsbau liegt seit dem Jahr 2000 dauerhaft unter Bedarf." Auch die Zahl der Sozialwohnungen habe sich drastisch reduziert - von 2002 bis 2011 um mehr als 950.000 Wohnungen.

Ausreichend gebaut wird nur im Luxussegment

Genügend Neubau gibt es laut GdW-Präsident Axel Gedaschko bei Luxuswohnungen im oberen Preissegment. Im mittleren und niedrigen Segment lohne sich das Bauen kaum noch. Kostensteigerungen von 58 Prozent für Rohrdämmung oder 48 Prozent für Wärmepumpen könne er sich mit normalen Marktmechanismen nicht mehr erklären. "Die Baukosten sind der Inflation davongerannt. Wenn das Bauen immer teurer wird, wird auch das Mieten von Neubauten teurer."

Problematisch ist nach Einschätzung des Verbandes weiterhin die große Spaltung auf dem deutschen Wohnungsmarkt. In 70 der 386 deutschen Kreise gebe es einen spürbaren Anstieg der Mieten um mehr als vier Prozent, so Gedaschko. Das seien neben München, Berlin und Hamburg auch kleinere Universitätsstädte wie Freiburg, Weimar, Frankfurt (Oder) und Trier.

Gedaschko: Mietpreisbremse keine Lösung

Die von der Politik erwogene Mietpreisbremse ist aus Gedaschkos Sicht keine Lösung. Sie werde den Anstieg der Mieten nur zementieren, da der nötige Neubau ausgebremst werde. Stattdessen sollten Kommunen ihre Grundstücke nicht mehr an den Höchstbietenden, sondern nach Konzept abgeben. Wer günstige Wohnungen schaffen wolle, solle weniger für Grund und Boden bezahlen, schlug Gedaschko vor.

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Wohnungsunternehmen, Neubau

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