05.04.2016 | BNPPRE/CBRE/Colliers/JLL

Umsatzplus am deutschen Bürovermietungsmarkt

Berlin: Zugpferd des anhaltenden Aufschwungs am Bürovermietungsmarkt
Bild: Tessa Zimmer ⁄

An den deutschen Top-7-Bürovermietungsmärkten haben Colliers International und JLL für das erste Quartal 2016 ein Umsatzplus von zehn Prozent ausgemacht. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) hat acht Standorte untersucht und kommt mit einem Plus von 17 Prozent auf einen neuen Umsatzrekord. CBRE ermittelte für fünf Standorte einen Zuwachs von 18,6 Prozent.

„Die Bereitschaft der Unternehmen, Personal einzustellen, hat in den letzten Jahren für eine anhaltend gute Büroflächennachfrage gesorgt“, so Timo Tschammler, bei JLL Member of the Management Board Germany. Diese Entwicklung sieht er auch für das laufende Jahr, sodass sich die gute Performance der deutschen Büro-Vermietungsmärkte fortsetzen sollte.

Zirka 889.000 Quadratmeter wurden JLL zufolge in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart zum Jahresbeginn 2016 vermietet. Damit sei der Fünf-Jahresschnitt der ersten Quartale mit 23 Prozent deutlich übertroffen.

Zugpferde: Berlin und Frankfurt

Dabei wird das Plus laut JLL in erster Linie von Berlin und Frankfurt getragen. In der Hauptstadt wurden knapp 247.000 Quadratmeter vermietet (BNPPRE: 217.000 Quadratmeter) und damit nochmals 60 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Auch in Frankfurt fiel das Umsatzplus mit 51 Prozent (BNPPRE: 123.000 Quadratmeter, plus 32 Prozent) überdurchschnittlich stark aus. BNPPRE setzt München, wonach das Vorjahresniveau mit 181.000 Quadratmetern gehalten wurde, vor Frankfurt, das nahezu gleichauf mit Düsseldorf (124.000 Quadratmeter, plus 35 Prozent) ist.

Nahezu stabil präsentierten sich Düsseldorf und München, während in Hamburg sowohl nach Berechnungen von JLL als auch von BNPPRE mit 26 Prozent das stärkste Minus verzeichnet wurde. Dieser Rückgang resultierte demnach nahezu vollständig aus den bislang noch fehlenden Großabschlüssen über 10.000 Quadratmeter, die im Vorjahreszeitraum 25 Prozent des Umsatzes ausmachten. Aktuell ist die Hansestadt der einzige der Top-Six-Standorte, der in dieser Größenklasse noch keinen Abschluss vorweisen kann.

In Stuttgart und Köln sanken die Umsatzvolumina um jeweils 14 Prozent.

Für das Gesamtjahr rechnet JLL mit einem Gesamtjahresumsatz über die Big 7 hinweg von rund 3,3 Millionen Quadratmetern, was im Vergleich zu 2015 einem Minus von neun Prozent entsprechen würde.

Leerstände sinken in allen Märkten weiter

Der kumulierte Leerstand liegt JLL zufolge Ende des ersten Quartals 2016 bei 5,58 Millionen Quadratmetern und damit nochmals knapp 16 Prozent unter dem Vergleichswert 2015. Die niedrigste Leerstandsquote wird mit 4,5 Prozent für Stuttgart registriert und reicht bis zu 8,9 Prozent in Frankfurt.

Laut BNPPRE hält der Leerstandsabbau nicht nur an, sondern hat sich weiter beschleunigt. Unter den hier untersuchten Standorten verzeichnete München mit fast 30 Prozent auf 899.000 Quadratmeter den stärksten Rückgang. In Berlin verringerte sich das Leerstandsvolumen binnen Jahresfrist um 15 Prozent auf 738.000 Quadratmeter. Über alle Standorte betrachtet reduzierte sich der Leerstand um knapp zwölf Prozent auf 6,12 Millionen Quadratmeter.

Bedarf an neuen Flächen in allen Märkten

In den ersten drei Monaten 2016 wurden Neubauflächen in einer Größenordnung von rund 167.000 Quadratmetern fertiggestellt, rund 16 Prozent weniger als im ersten Quartal 2015.

Während in Berlin überhaupt keine Neubauten auf den Markt kamen, erhöhte sich laut JLL das Fertigstellungsvolumen in Stuttgart um mehr als 200 Prozent. Der Bedarf an neuen Flächen ist der Analyse zufolge in allen Märkten vorhanden.

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Schlagworte zum Thema:  Bürovermietung, Immobiliendienstleister, Umsatz

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