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Umsatz am Bau bricht um fünf Prozent ein

Schuld war der lange Winter: Der Umsatz ging witterungsbedingt zurück
Bild: Thomas Max Müller ⁄

Der Umsatz am Bau liegt zum Ende des 1. Halbjahres 2013 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum witterungsbedingt um fünf Prozent zurück. Betroffen sind alle Sparten. Zu diesem Ergebnis kommt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Im Wohnungsbau ist weiter eine solide Auftragslage zu verzeichnen.

Darüber hinaus haben zwei Arbeitstage weniger als im Vorjahr auf die Leistungsbilanz im ersten Halbjahr gedrückt. Trotz insgesamt guter Auftragslage fehlen hier rund sechs Porzent zum Vorjahr. Die Auftragslage hat sich jedoch in allen Sparten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um knapp fünf Prozent verbessert und weist ein hohes Produktionspotenzial auf.

Im Wohnungsbau ist weiter eine solide Auftragslage zu verzeichnen. Nach deutlichen Zuwächsen im April (+5,3 %) und Mai (+8,4 %) bestätigt auch der Juni (+11,5 %) eine anhaltend hohe Nachfrage (kumulativ Jan.-Jun.: +4,2 %).

Der Blick auf die Baugenehmigungen im Wohnungsneubau zeigt, dass besonders starke Impulse weiterhin vom Mehrfamilienhausbau kommen. Hier wurden im 1. Halbjahr über 52.400 Wohnungen genehmigt, das waren rund 9.350 mehr als im Vorjahr (+21,7 %). Ballungsräume als Zuzugsgebiete dürften hier die Zugpferde sein. Im Ein-und Zweifamilienhausbau wird das Vorjahresergebnis mit knapp 55.000 Wohneinheiten noch gut gehalten (+3,6 %). Der Umsatz erreicht per Juni zirka 13,3 Milliarden Euro und liegt damit um vier Prozent unter dem Vorjahrjahreswert. Die Erwartungen für die kommenden Monate bleiben positiv, weil neben den Frühindikatoren auch die Rahmenbedingungen (Arbeitsmarkt, Hypothekenzinsen) günstig bleiben.

Umsatzentwicklung im öffentlichen Bau am besten

Wie bereits in den Vormonaten kamen die Umsätze im Wirtschaftsbau im Juni nicht auf das Vorjahresniveau. Mit 13,7 Milliarden Euro wurden knapp 800 Millionen Euro weniger in Rechnung gestellt als im Vorjahr (-5,3 %). Dabei erreichen weder der Hochbau (-4,6 %) noch der Tiefbau (-6,6 %) annähernd das Vorjahresniveau. Das zu Jahresbeginn schwache Konjunkturumfeld hat sich hier niedergeschlagen.

Die Frühindikatoren zeigen im Wirtschaftshochbau ein zwiespältiges Bild: Zwar steigen die Auftragseingänge, was die von Forschungsinstituten erwartete Überwindung der Investitionszurückhaltung zu bestätigen scheint. Andererseits zeigen die Baugenehmigungen für die für den Wirtschaftshochbau typischen Gebäudetypen einen anhaltenden Rückstand zum Vorjahr auf: Fabrik- und Werkstattgebäude liegen um knapp 20 Prozent hinter dem Vorjahreswert zurück. Insgesamt liegen die Auftragseingänge um fünf Prozent niedriger als im Vorjahr.

Wie im Vormonat verlief die Umsatzentwicklung im Juni im öffentlichen Bau am besten. Mit rund +1%  (im Hoch- wie auch im Tiefbau) setzt sich hier der positive Trend fort. Während zum Ende des ersten Quartals witterungsbedingt kumulativ noch ein Rückstand von 15,4 Prozent bestand, beträgt dieser jetzt noch knapp sechs Prozent. Dieser Rückstand rührt aus dem ersten Quartal. Mit 9,7 Milliarden Euro fehlen zum Vorjahresniveau noch zirka 0,6 Milliarden Euro.

Dass die Talsohle im öffentlichen Hochbau durchschritten ist, zeigen besonders deutlich die Baugenehmigungen mit einem kumulativen Plus von nahezu 35 Prozent. Auch die Order der öffentlichen Hand haben im Hochbau im zweiten Quartal mit fast +17 Prozent deutlich zugelegt (kumuliert +3 %). Die Order im Tiefbau liegen weiter bei zirka + 2 Prozent kumulativ.

Haufe Online Redaktion

Immobiliendienstleister, Bauwirtschaft