01.12.2016 | Märkte

Offene Immobilienfonds: UBS Euroinvest nutzt Rekordjahr 2016 für Comeback

Der UBS Euroinvest Immobilien ist wieder am Start
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der UBS Euroinvest Immobilien hat wieder geöffnet. Die Chancen für einen erfolgreichen Re-Start sind gut, weil offene Immobilienfonds derzeit mit Anlegergeldern geradezu überschüttet werden. 2016 ist für die Branche ein Superjahr. „Fast sechs Milliarden Euro werden die offenen Publikumsfonds in diesem Jahr bei Anlegern einsammeln“, prognostiziert Scope-Analystin Sonja Knorr. Das sei der höchste Mittelzufluss in den vergangenen fünf Jahren.

Knorr ist auch für 2017 optimistisch: „Da die Zinsen niedrig bleiben, könnten es um die fünf Milliarden Euro werden, die Anleger erneut in offene Immobilienfonds stecken.“ In dieser Phase hat jetzt der Hamburg Team den ersten offenen Fonds für Wohnimmobilien aufgelegt.

Der boomende Immobilienmarkt hilft angeschlagenen Fonds offenbar auf die Beine. Das Management des Schweizer UBS Euroinvest, der auf Büroimmobilien fokussiert ist und in den fast nur Institutionelle investieren, hat seit Aussetzung der Anteilsrücknahme im Juli 2014 ausreichend Objekte verkauft: 790 Millionen Euro kamen zusammen, um Anleger auszuzahlen, die aussteigen wollen. Seit dem 30. November können die Investoren nun Anteile des Fonds wieder zurückgeben. UBS Real Estate rechnet damit, dass sich die Anleger von Anteilen im Wert von insgesamt rund 180 Millionen Euro trennen werden. Das sollte mit einer Barreserve von 250 Millionen Euro zu bewältigen sein.

Scope-Analystin Sonja Knorr jedenfalls sieht die Wiedereröffnung positiv. Zumal einige offene Immobilienfonds zurzeit keine oder nur in beschränktem Umfang frische Anlagegelder annehmen (siehe Tabelle).

Fondsname

ISIN

Brutto-Liquiditätsquote

aktuell verfügbar

2016

KanAm Leading Cities Invest

DE0006791825

51,8%

ja

grundbesitz Fokus Deutschland

DE000A12BSB8

50,1%

nein*

grundbesitz global

DE0009807057

26,9%

ja

UniImmo: Deutschland

DE0009805507

26,6%

nein*

hausInvest

DE0009807016

26,0%

ja

Deka-ImmobilienGlobal

DE0007483612

24,3%

nein*

grundbesitz europa

DE0009807008

24,0%

nein*

Deka-ImmobilienEuropa

DE0009809566

22,4%

nein*

UniImmo: Europa

DE0009805515

20,8%

nein*

UniImmo: Global

DE0009805556

19,8%

nein*

Wertgrund WohnSelect D

DE000A1CUAY0

17,9%

nein*

WestInvest InterSelect

DE0009801423

14,8%

nein*

Industria Fokus Wohnen Deuschland

DE000A12BSB8

8,4%

ja

Quelle: Scope (Stand: 30.11.2016)

*Cash-Call oder Cash-Stopp

UBS: Core-Immobilien in Deutschlands Top-7 im Fokus

Damit der Neustart gelingt, wird jetzt auch das Immobilienportfolio neu strukturiert: Wenig rentable und schwer entwicklungsfähige Objekte werden abgestoßen. Der Deutschlandanteil des Portfolios soll bis zum Jahr 2019 von knapp 30 auf 20 Prozent reduziert werden, das Fondsvermögen auf 1,5 Milliarden Euro steigen. Der neue Investmentfokus ist Kerneuropa. Dazu zählen Deutschland, die Benelux-Staaten, Frankreich, Italien und Spanien.

In Deutschland werde vorzugsweise in Core-Immobilien in den Top-7-Städten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart) investiert, sagt Tilman Hickl, Geschäftsführer der UBS Real Estate.

Doch diese Objekte sind Mangelware. Da muss man sich etwas einfallen lassen. In der Entwicklung neuer Büroprojekte will sich die UBS Real Esate – im Gegensatz zu anderen Fondshäusern – zwar nicht nicht unbedingt engagieren, „unser Asset Management verfügt aber über das Know-how bestehende Büroimmobilien weiterzuentwickeln“, so Hickl.

Schlagworte zum Thema:  Immobilienfonds, Offene Immobilienfonds

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