US-Präsident Donald Trump wirkt als Dynamo verschiedener Entwicklungen Bild: sgtphoto/Shotshop.com

Setzt der neue US-Präsident Donald Trump außenpolitisch um, was er im Wahlprogramm angekündigt hat, könnte das LaSalle zufolge für Immobilieninvestments weltweit Folgen haben – negativ wie positiv. Die Risiken seien klassifizierbar: Strukturell durch steuerliche Maßnahmen, zyklisch durch die Lockerung der Bankenregulierung und deren Einfluss auf die Mietpreisentwicklung sowie langfristig durch Störkräfte aus dem Technologie-Sektor.

„Risiken gehen immer mit Chancen einher,“ so Claus Thomas, Deutschlandchef LaSalle Investment Management. Insofern bleibe abzuwarten, wie sich die Politik von Donald Trump auf die Wirtschaft im Allgemeinen und die Immobilienwirtschaft im Besonderen auswirken wird.

"Die Risiken dürfen auf jeden Fall nicht ignoriert, Chancen müssen aber auch wahrgenommen werden", so Thomas.

Einige Analysten sehen Parallelen zum britischen Brexit-Referendum im Juni.

Strukturelle Risiken

Durch die Gewährung von Steueranreizen könnten die USA vom “Triple-Low”-Umfeld (niedriger Zins, niedrige Inflation, niedriges Wachstum) abrücken. Ob die Umsetzung dieser steuerlichen Maßnahmen in der vom Wettbewerb gekennzeichneten globalen Wirtschaft effizient und effektiv erfolgen kann, ist eine der großen Fragen in den kommen Jahren, wie LaSalle schreibt. Nicht nur in Nordamerika.

Die Sorge vor steigenden Zinsen lässt Anleger im Immobiliensektor vorsichtig werden.

Zyklische Risiken

In den USA werden LaSalle zufolge aufgrund von restriktiveren Kreditvergabe-Bedingungen weniger Gewerbeimmobilien gebaut als in der Vergangenheit. Doch es gebe Bereiche mit riskantem Überangebot und diese müssten genau beobachtet werden.

Das Risiko eines zunehmenden Überangebots kann laut LaSalle mit einer Lockerung der Banken-Regulierung an Fahrt aufnehmen.

In Kanada ist das Überangebot der Analyse zufolge in den von den Rohstoffmärkten abhängigen Büromärkten von Alberta 2017 und 2018 ein Risiko, das sich verschärfen könnte, falls die Energiepreise niedrig bleiben. Wie sich das Mietpreiswachstum in den kommen zehn Jahren entwickelt, hängt laut LaSalle von der Position im Zyklus ab. Von der Zyklusposition Anfang 2017 ausgehend werde sich ein prognostiziertes Mietpreiswachstum von drei Prozent für einige Märkte als zu optimistisch erweisen.

Zyklus: Investoren müssen achtsam sein, um solche Situationen zu erkennen und richtige Entscheidungen zu treffen.

Langfristige Risiken

Zwei große potenzielle Störkräfte aus dem Technologie-Sektor in den USA sind laut LaSalle der Internethandel und autonom-fahrende Fahrzeuge.

  • Das größte Risiko durch den Internethandel sei das einer Verlagerung des Lebensmitteleinkaufs auf Online-Plattformen, mit Konsequenzen für die auf Umsätze von auf Waren des täglichen Bedarfs ausgerichteten Einkaufszentren.
  • Selbstfahrende Fahrzeuge allgemein haben laut LaSalle das Potenzial, Standortentscheidungen der Mieter von Apartments und Büronutzern zu beeinflussen und könnten einige Parkhäuser überflüssig machen. Selbstfahrende LKWs könnten Auswirkungen auf die Logistikkostenkurve nehmen und komplette   Logistikstandorte verändern.

Dr. Klein & Co.: Zinsmarkt reagiert gelassen

Die Zinsen reagieren nach Beobachtungen von Dr. Klein & Co. kaum auf die nahezu täglichen Neuigkeiten aus dem Weißen Haus. Wie sich die Chefin der amerikanischen Notenbank Fed, Janet Yellen, im März entscheiden wird, wenn es um die nächste Zinserhöhung geht, sei allerdings noch ungewiss. Im Wahlkampf hatte sich Trump noch gegen die Geldpolitik der Fed gestellt und Zinserhöhungen dringend angemahnt.

"Auch wenn wir davon ausgehen, dass es in diesem Jahr Zinsschwankungen geben wird: In den letzten 30 Jahren war es für Darlehensnehmer nie günstiger, sich Geld für das Eigenheim zu leihen“, sagt Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein & Co. AG.

Schlagworte zum Thema:  Politik, Risiko, Immobilien, Investment

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