Deutschland steht bei Coworking-Flächen noch am Anfang. 2017 wurde in den sieben Bürozentren mit rund 200.000 Quadratmetern erstmals ein wahrnehmbarer Flächenumsatz erzielt, fünf Mal mehr als noch 2016. Der Marktanteil liegt aktuell laut einer Umfrage von Colliers bei fünf Prozent. Vor allem das Interesse in den sieben Bürohochburgen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Frankfurt am Main, Köln, München und Stuttgart sei stark gestiegen.

"Coworking-Spaces werden als Synonym einer zukunftsweisenden Büroumgebung mit Anziehungskraft für wettbewerbsfähige Nutzer von Morgen gesehen werden", sagt Wolfgang Speer, Head of Office & Occupier Services bei Colliers International Deutschland.

Colliers hat Nutzer und Anbieter zu Nachfragepotenzialen, Anmietungsgründen und Anforderungen befragt: "Coworking – brauchen wir das?" und untersucht, ob und unter welchen Bedingungen die Nachfrage nach den neuen, flexiblen Büroangeboten als nachhaltig einzustufen ist.

Corporates besonders aktive Mieter

80 Prozent der Umfrageteilnehmer von Colliers erwarten in den kommenden zwei bis fünf Jahren einen steigenden Bedarf an Coworking-Flächen. Rund 33 Prozent der Arbeitsplätze in Coworking-Centern werden demnach aktuell von Corporates belegt.

Hauptargumente für die Anmietung in der Colliers-Umfrage: 44 Prozent der Befragten halten den Faktor "Kosteneinsparung" für sehr wichtig, nur 24 Prozent der Nutzer sagten das bei "erhöhtem Flexibilisierungsbedarf". Knapp 30 Prozent der Befragten sehen die mangelnde Flächenverfügbarkeit am Wunschstandort als einen der bedeutendsten Nachfragetreiber.

Citylage und technische Ausstattung Hauptargument für Coworking

63 Prozent der Nutzer finden Zentralität (Citylage) als Standortfaktor sehr wichtig. Nur 25 Prozent legen Wert auf ein hippes, urbanes Umfeld. Im Zuge des Digitalisierung sehen 100 Prozent der Befragten in der technischen Ausstattung von Coworking-Arbeitswelten den wesentlichsten Wettbewerbsvorteil gegenüber klassischen Büroflächen.

>> Coworking ist bislang ein Großstadt-Phänomen

Konferenzräume beliebter als Gemeinschaftsflächen

Auffällige Diskrepanzen zwischen Nutzer- und Anbietereinschätzung ergeben sich bei der Frage nach der Bedeutung von Konferenzräumen versus Gemeinschaftsflächen. Letztere werden nur von 25 Prozent der Befragten als "sehr wichtig" eingestuft gegenüber 50 Prozent der Anbieter. Bezüglich der Ausstattung mit Konferenzräumen hingegen geben 80 Prozent der Nutzer an, deren Verfügbarkeit sei sehr wichtig: dieser der Ausstattungswunsch wird hingegen nur von 35 Prozent der Anbieter wahrgenommen.

Mehrkosten und "Pufferfunktion"

Befragt nach der Bereitschaft, gegenüber herkömmlichen Büros Mehrkosten zu akzeptieren, gaben in der Colliers-Umfrage rund 33 Prozent der Teilnehmer an, keinen Aufschlag zahlen zu wollen, 42 Prozent würden immerhin Mehrkosten von bis zu zehn Prozent für Coworking-Spaces zahlen.

Colliers beurteilt die Bedeutung von Coworking-Centern als neuem Player am Büromarkt insgesamt positiv. Vor allem in größeren, angespannten Märkten kann die Büroform eine "Pufferfunktion" bei zyklischen und strategischen Nachfrageschwankungen übernehmen. Das Ausmaß wird aufgrund von Flexibilisierung und Technisierung weiter zunehmen.
Das Hauptargument für Coworking-Center liegt der Umfrage von Colliers zufolge in der Wahrnehmung der meisten Nutzer in der Bereitstellung einer leistungsstarken technischen Infrastruktur sowie der Flächenverfügbarkeit an ausgewählten, stark nachgefragten Standorten.


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