Auf dem Berliner Wohnungsmarkt hat sich das Transaktionsvolumen seit 2008 auf 4,84 Milliarden Euro im Jahr 2017 verdoppelt. Das geht aus einer Studie von Bulwiengesa im Auftrag der Mähren AG hervor. Für 2018 wird ein Transaktionsvolumen von mehr als fünf Milliarden Euro erwartet.

Die angespannte Marktsituation spiegelt sich laut der Untersuchung jedoch auch in diesem Marktsegment wider. So ist die Zahl der Transaktionen von Bestandsobjekten in den vergangenen vier Jahren um mehr als ein Drittel zurückgegangen, während die Preise stark angestiegen sind.

"Potenzielle Verkäufer warten weitere Preissteigerungen ab und scheuen den Verkauf mangels Anlagealternativen." (Jakob Mähren, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Mähren AG)

Preise werden weiter steigen

Die Preise für Mietshäuser sowie Wohn- und Geschäftshäuser sind laut Studie seit 2012 angestiegen und haben sich zwischen 2013 und 2017 ebenfalls mehr als verdoppelt. Zuletzt lagen sie für Mietwohnhäuser bei rund 2.325 Euro pro Quadratmeter.

Der Anstieg bei den Wohn- und Geschäftshäusern war etwas geringer, jedoch befinden sich die Kaufpreise mit rund 3.700 Euro pro Quadratmeter auf einem deutlich höheren Niveau. Dies sei in erster Linie den höheren Erträgen der gewerblichen Flächen geschuldet, heißt es in der Studie. Außerdem verschärften die zu geringen Neubauaktivitäten und der Nachfragedruck aufgrund des Einwohnerzuwachses die Situation. Auch das niedrige Zinsniveau und das hohe am Markt verfügbare Kapitalvolumen führten zu Preissteigerungen. "Ich rechne mit weiteren Kaufpreissteigerungen bei Mietwohnhäusern", so Mähren.

Auch auf dem Mietwohnungsmarkt ist Berlin Spitze und derzeit die deutsche Stadt mit dem höchsten jährlichen Mietpreisanstieg.

Kaufpreisfaktoren legen stark zu

Auch die durchschnittlichen Kaufpreisvervielfacher für Mehrfamilienhäuser haben sich in den vergangenen zehn Jahren der Studie zufolge verdoppelt. Im Jahr 2017 lag der mittlere Kaufpreisfaktor beim rund 26-Fachen der Jahresnettokaltmiete. Für attraktive Gebäude in guten und sehr guten Lagen betrug der Vervielfältiger sogar rund 31.

Auch der Gutachterausschuss weist für Mietwohnhäuser in normalem Zustand in Citylagen in den vergangenen vier Jahren eine Erhöhung des Faktors um 50 Prozent aus. 2017 lag der Kaufpreisvervielfacher beim 32,1-Fachen der Jahresnettokaltmiete.

"Eine weitere Renditekompression ist fast nicht mehr vorstellbar, erscheint aber durchaus möglich." (Jakob Mähren)

Schlagworte zum Thema:  Studie, Transaktion, Wohnungsmarkt