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Transaktionsvolumen am Hotelmarkt steigt um 82 Prozent

Der Hotelinvestmentmarkt erlebt einen neuen Boom
Bild: Meyhome ⁄

Das Transaktionsvolumen am europäischen Hotelinvestmentmarkt stieg 2014 dem Immobilienberater Colliers zufolge um 82 Prozent auf knapp 3,1 Milliarden Euro im Vergleich zu 2013. Laut CBRE war Deutschland nach Großbritannien der zweitstärkste Markt. Wie der Dienstleister JLL berichtet, hat sich das in Portfoliotransaktionen investierte Kapital auf 1,2 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Etwa 2,9 Milliarden Euro wurden in Hotels investiert, die einen Verkaufserlös von mehr als fünf Millionen Euro erzielten, wie Colliers berichtet. Für rund 64 Prozent, also rund zwei Milliarden Euro, des Transaktionsvolumens waren Käufer mit Sitz im Ausland verantwortlich.

Auf Verkäuferseite zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Internationale Verkäufer trennten sich von Hotelimmobilien im Wert von rund 1,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Marktanteil von knapp 59 Prozent.

Trotz eines Rückgangs um 17 Prozentpunkte zum Vergleichszeitraum im Vorjahr, stehen Hotels der 3- bis 4-Sterne Kategorie in der Gunst der Investoren. Gut 1,6 Milliarden Euro (53 Prozent) wurden in dieser Kategorie umgesetzt. Im Budgetbereich konnte ein Anstieg um vier Prozentpunkte auf 16 Prozent (483 Millionen Euro) am Transaktionsvolumen verzeichnet werden. Besonders aktiv zeigten sich Investoren im Luxussegment.

Hier wurde mit einem Umsatz von 965 Millionen Euro (31 Prozent) eine Steigerung des Anteils am Transaktionsvolumen um 13 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr erreicht.

Fokus auf Top-Standorten

Mehr als zwei Drittel des Transaktionsvolumens flossen laut Colliers in die sieben Top-Hotelstandorte Deutschlands: Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart. Im Rahmen von Einzel- und Portfolioverkäufen wurden hier 2,2 Milliarden Euro investiert. Dies entspricht einem Marktanteil von 71 Prozent. In den Nebenlagen gingen somit Investments im Wert von 900 Millionen Euro über die Bühne.

Außerhalb der Top 7-Standorte fanden ohne Berücksichtigung der Portfolioobjekte 44 Transaktionen mit einem durchschnittlichen Volumen von rund neun Millionen Euro statt. In den Topstandorten lag das Durchschnittsvolumen mit knapp 35 Millionen Euro deutlich höher. Insgesamt 39 Einzelverkäufe trugen zu einem Volumen von über 1,3 Milliarden Euro bei.

CBRE: Deutschland zweitstärkster Hotelinvestmentmarkt Europas

Laut dem Immobiliendienstleister CBRE ist das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr (1,73 Milliarden Euro) um 74 Prozent oder 1,27 Milliarden Euro gestiegen. Der Anteil des Hotelinvestmentmarktes am gesamten Gewerbeimmobilienmarkt ist damit auf knapp acht Prozent gestiegen (2013: 5,7 Prozent), während sich das Investitionsvolumen um 53 Prozent von 663 Millionen Euro im vierten Quartal 2013 auf 1,01 Milliarden Euro im vierten Quartal 2014 erhöhte.

Ausländische Investoren auf dem Vormarsch

Anders als im Vorjahr haben CBRE zufolge ausländische Investoren den Markt für Hotelinvestments im Jahr 2014 dominiert und 1,71 Milliarden Euro investiert. Das entspricht einem Anteil von 57 Prozent. Insbesondere Investoren aus Frankreich, den USA sowie Großbritannien zeigten sich sehr aktiv. Demnach ging der prozentuale Anteil von deutschen Investitionen von 55 Prozent auf 43 Prozent zurück. In absoluten Werten stieg er dennoch um 35 Prozent von 955 Millionen Euro auf 1,29 Milliarden Euro.

Zwar stand der Anteil der Einzeltransaktionen mit rund 62 Prozent weiterhin im Fokus, der Anteil der Portfoliotransaktionen ist jedoch von 30 Prozent auf 38 Prozent gestiegen. Von den 190 Transaktionen entfallen 77 auf Hotels mit einem Einzeltransaktionsvolumen von zehn Millionen Euro und darüber. Letztere machen allerdings rund 82 Prozent des Volumens aus (rund 2,46 Milliarden Euro).

München beliebtester Investitionsstandort

In den Top 5-Städten wurden gemäß CBRE rund 1,85 Milliarden Euro investiert, was etwa 60 Prozent des Gesamtvolumens entspricht. Gegenüber dem Vorjahr (1,04 Milliarden Euro) ist dies ein Anstieg um rund 77 Prozent. Die Investitionen verteilen sich größtenteils auf München, Frankfurt am Main sowie Berlin.

München ist der wichtigste Investmentstandort mit einem Anteil von rund 18 Prozent am Gesamtinvestitionsvolumen in Deutschland. Das Volumen in der bayerischen Landeshauptstadt verbesserte sich deutlich um 118 Prozent von 246 Millionen Euro im Vorjahr auf 537 Millionen Euro 2014.

Frankfurt am Main und Berlin erreichten Anteile von jeweils 16 Prozent (494 Millionen Euro) beziehungsweise 15 Prozent (453 Millionen Euro) am Gesamtinvestitionsvolumen in Deutschland und konnten ihr Volumen im Vergleich zum Vorjahr um starke 117 Prozent sowie 264 Prozent steigern. In B-Standorten wurde insgesamt 1,15 Milliarden Euro investiert, ein Plus von 67 Prozent im Vergleich zu 2013 (690 Millionen Euro).

JLL: Wieder mehr größere Einzeltransaktionen

Wie der Immobiliendienstleister JLL berichtet, stehen 57 Einzeltransaktionen 51 aus dem Vorjahr gegenüber, das ist ein Plus von rund zehn Prozent. Das Gesamtvolumen der Einzeldeals summiert sich aber auf rund 1,8 Milliarden Euro und übersteigt damit das Vorjahresergebnis um knapp 70 Prozent.

Zwölf Transaktionen über 50 Millionen Euro stehen drei großvolumigen Verkäufen aus dem Vorjahr gegenüber. In Konsequenz legte auch der Durchschnitt der Einzeltransaktionen zu: von 21 Millionen Euro auf 31 Millionen Euro.

Portfoliovolumen verdoppelt

Mehr als verdoppelt hat sich 2014 das in Portfoliotransaktionen investierte Kapital, wie JLL berichtet: Auf 1,2 Milliarden Euro gegenüber 530 Millionen Euro 2013 und verteilt auf insgesamt 124 Hotels in elf Portfoliotransaktionen und zwei Hoteltransaktionen im Rahmen von Mixed-Use-Portfoliotransaktionen.

Institutionelle und vermögende Privatpersonen weiterhin stark

Institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen prägen JLL zufolge die Nachfrage. Bezogen auf die Einzeltransaktionen vereinen diese beiden Käufergruppen ein Gesamtvolumen von rund 1,4 Milliarden Euro (rund 80 Prozent aller Einzeltransaktionen), die sich auf 36 Einzeldeals (rund 63 Prozent aller Einzeltransaktionen) verteilen.

Weitere Käufergruppen sind unter anderem Hotelgesellschaften (neun Einzeltransaktionen), Private Equity Gesellschaften (sechs Einzeltransaktionen) und Immobiliengesellschaften (vier Einzeltransaktionen). Bei Portfoliotransaktionen dominierten die Hotelgesellschaften (40 Prozent vom Volumen aller Portfoliotransaktionen) und Private Equity-Unternehmen (29 Prozent vom Volumen aller Portfoliotransaktionen).

Hotels mit Pachtverträgen bevorzugt

Hotels, die mit Pachtverträgen betrieben werden, bleiben laut JLL von Anlegern bevorzugt. Mehr als 50 Prozent aller Einzeltransaktionen wurden mit dieser Vertragsform veräußert. Betreiberfreie Hotelankäufe (18 von 57 Einzeltransaktionen, 2013: 12 von 51 Einzeltransaktionen) werden insbesondere von den Käufergruppen der Hotelgesellschaften (acht aller Einzeltransaktionen) und der vermögenden Privatpersonen (sechs Einzeltransaktionen) repräsentiert. Nach wie vor eher die Ausnahme sind Verkäufe von Managementverträgen (vier Einzeltransaktionen), sie haben aber im Jahresvergleich zugelegt (2013:1)

Schlagworte zum Thema:  Immobiliendienstleister, Hotelimmobilie

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